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Informationskompetenz spielerisch aufbauen

17.12.2018 – Digital Natives erwecken oftmals den Eindruck, über gute Informationskompetenzen zu verfügen. Verschiedene Studien belegen aber deutliche Schwächen bei Schweizer Schülerinnen und Schülern im Umgang mit Informationen. Eine Internet-Rallye der Universität St. Gallen (HSG) soll dies ändern.

Das Institut für Wirtschaftspädagogik der HSG hat ein Projekt entwickelt, das die Informationskompetenz von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II verbessern soll. Das Projekt wird vom Schweizer Nationalfonds (SNR-Agora) gefördert und spricht insbesondere auch Lernende in der beruflichen Bildung an. Wie das Projektteam im Magazin «folio» schreibt, täusche der Eindruck, Digital Natives könnten digitale Geräte tatsächlich zweckadäquat einsetzen. Dessen seien sie sich häufig selbst nicht bewusst, weshalb das Projekt bei der Sensibilisierung für die Thematik und der Motivation durch spielerische Elemente ansetzt. 

Spielerischer Ablauf und sinnvoller Nutzen
Die Internet-Rallye basiert auf einem Onlinekurs, dem «Massive Open Online Course» (MOOC), wobei ein Schulwettbewerb den Rahmen bildet. Klassen, die sich für die Rallye anmelden, durchlaufen im Projekt sechs Stufen. Zu Beginn absolvieren sie einen Eingangstest, der die Informationskompetenz der Schülerinnen und Schüler ermittelt. Im MOOC absolvieren sie dann mehrere Level und werden von Novizen zu Meistern. Darin stehen ihnen Erklärvideos, Lernmaterialien, Arbeitsaufträge und Quiz bereit.

In der Internet-Rallye wenden sie dann die im MOOC erworbenen Fähigkeiten an. Anhand von Internetrecherchen setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Arbeitswelt der Zukunft auseinander: Zum Beispiel identifizieren sie Berufe, die aufgrund der digitalen Transformation ausdienen könnten. Dies soll ihnen bei beruflichen Entscheidungen helfen. Anschliessend gilt es für die Lernenden einen Abschlusstest zu absolvieren, der ihren Lernfortschritt aufzeigt. In der zweitletzten Etappe erstellen sie in Teams Videos, in denen sie ausgewählte Arbeitsplätze im Jahr 2030 vorstellen. Die besten Teams werden schliesslich von einer Jury ermittelt und können an der HSG mit Digitalisierungsexperten ihre Konzepte diskutieren.

Die Jugendlichen lernen im Projekt ihren Informationsbedarf festzulegen und Quellen zu beurteilen. Sie sollen aber auch Suchanfragen formulieren, gewünschte Informationen zusammenfassen und adressatengerecht aufbereiten können. Übergeordnet ist es wichtig, dass sie lernen, den Informationsprozess und dessen Ergebnisse zu reflektieren.

Jetzt mitmachen!
Lehrpersonen, die am Projekt teilnehmen und die digitalen Lernmaterialien ab Anfang 2019 nutzen möchten, können sich bei der HSG anmelden. Die Teilnahme am Projekt ermöglicht es ihnen, die Informationskompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler realistisch einzuschätzen. Der MOOC ist überdies ein flexibel einsetzbares Bildungsangebot, bei dem sich Lehrpersonen auf die Rolle als Lernbegleiter fokussieren können. (pd/aw; Bild: i-MOOC)

Weitere Informationen
www.i-mooc.ch

Anmeldungen an:
luca.moser[at]unisg.ch

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