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Literaturaustausch über die Sprachgrenzen

16.07.2019 – Dank des Projekts «ch Reihe an den Schulen» können Schulklassen der Sekundarstufe II Werke in einer anderen Landessprache sowie ihre deutschen Übersetzungen kennenlernen. Diese werden vom Autor-Übersetzerteam an den Schulen vor Ort in Lesungen vorgestellt. Die Anmeldefrist dauert bis zum 31. Oktober 2019.

Das Projekt «ch Reihe an den Schulen» der ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit ermöglicht die Begegnung mit der Schweizer Literatur in einer anderen Landessprache. Das kostenlose Angebot richtet sich an Schulklassen der Sekundarstufe II. Interessierte Klassen können sich für die Lesungen bis zum 31. Oktober 2019 anmelden.

Tagebuch, Coming-of-Age oder doch Lyrik?
In diesem Jahr stehen die Werke von sechs Autorinnen und Autoren aus der Westschweiz, dem Tessin und der rätoromanischen Schweiz in deutscher Übersetzung bereit. Der 2017 verstorbene Westschweizer Autor Philippe Rahmy legt mit «Béton armé» (Die Panzerung) einen fulminanten Reiseroman vor, der gleichzeitig Tagebuch, dichterische Erzählung und philosophische Betrachtung über Leben und Tod ist. Mit dem zweisprachigen Band «Safari», von Daniel Rothenbühler ins Berndeutsche übertragen, möchte Laurence Boissier dazu beitragen, den Röstigraben zwischen der Romandie und der Deutschschweiz zu verkleinern. Ebenfalls aus der Westschweiz bereichert Jérome Meizoz das Programm mit dem Coming-of-Age Roman «Faire le garçon» (Den Jungen machen). Aus dem Tessin reisen Andrea Fazioli und Elvira Dones an, im Gepäck bringen sie «L'arte del fallimento» (Solo für Contini) und «Vergine giurata» (Hana) mit. In «Sablun» (Sand) präsentiert Dumenic Andry knapp achtzig lang gereifte, ausgefeilte, rätoromanische Gedichte in einer nachdenklichen und ernsten Tonalität.

Hautnaher Austausch
Die persönliche Begegnung mit dem Autor-Übersetzerteam gibt den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, den beiden Personen Fragen zum Werk und zur literarischen Übersetzung zu stellen. Eine Lesung dauert maximal zwei Lektionen. Für die Unterrichtsvorbereitung ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fächern der Originalsprache (Französisch oder Italienisch) und der Übersetzungssprache (Deutsch) sinnvoll. Aufgrund der beschränkten Anzahl Lesungen kann bei grosser Nachfrage jeweils nur eine Lesung pro Schule bewilligt werden. Die Lesungen werden ausserdem gleichmässig unter den Sprachregionen und den Autor-Übersetzerteams verteilt. Nach Ablauf der Anmeldefrist erfahren die Schulen, ob ihre Anmeldung gutgeheissen wurde. (pd/mw; Foto: ch Stiftung)

Anmeldung und weitere Informationen
www.chstiftung.ch

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