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Schulstress bei Jugendlichen

20.04.2017 – Die internationale Studie «Health Behavior in School-aged Children» untersucht, wie verbreitet Schulstress unter 11- bis 15-Jährigen ist. Ein kürzlich publiziertes Faktenblatt von Sucht Schweiz zeigt die Ergebnisse für die Schweizer Schülerinnen und Schüler aus der neusten Erhebung.

Wie stark fühlen sich 11-bis 15-Jährige durch die Arbeit für die Schule gestresst? Dieser Frage geht die internationale Studie «Health Behavior in School-aged Children HBSC» nach, die unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation WHO steht. Sie wird alle vier Jahre durchgeführt, in der Schweiz wurde sie 2014 zum achten Mal durchgeführt durch die Stiftung Sucht Schweiz. 

Ältere Mädchen häufiger gestresst als jüngere
Ein aktuelles Faktenblatt von Sucht Schweiz fasst die Ergebnisse zusammen. Im Jahr 2014 hätte sich die Mehrheit der Jugendlichen, "ein bisschen" oder "überhaupt nicht" durch die Arbeit für die Schule gestresst gefühlt, schreibt Sucht Schweiz. «Je nach Alter und Geschlecht berichteten zwischen 12 und 22 Prozent, "einigermassen gestresst" zu sein; zwischen 6 und 12 Prozent waren "sehr gestresst"». Während die Jungen sich in jedem Alter in etwa ähnlich gestresst fühlten, hätte es bei den Mädchen Unterschiede zwischen den Altersgruppen gegeben: «Die älteren, 13- bis 15-jährigen Mädchen, waren deutlich häufiger gestresst als die jüngeren. Die 11-jährigen waren klar am seltensten gestresst», schreibt Sucht Schweiz. Zwischen der Deutschschweiz und der übrigen Schweiz habe es kaum Unterschiede gegeben. 

Mehr gestresste Jugendliche als 1998

Die Ergebnisse zeigen, dass sich 2014 durch die Schule mehr 11- bis 15-Jährige einigermassen oder sehr gestresst fühlten als 1998. Während es 1998 etwas über 22 Prozent waren, betrug ihr Anteil 2014 fast 27 Prozent. Die Studie zeigt auch, dass Jugendliche, die von erhöhtem und anhaltendem Schulstress betroffen sind, sich oft auch in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt fühlen und eine weniger hohe Lebenszufriedenheit zeigen. «Obwohl man hier vermuten kann, dass der Schulstress, gemeinsam mit anderen Faktoren, das Wohlbefinden der betroffenen Jugendlichen beeinträchtigt, ist umgekehrt auch denkbar, dass ein eingeschränktes Wohlbefinden zur Entstehung von Stress beiträgt», schreiben die Autoren des Faktenblatts.

Im März 2017 hat Sucht Schweiz zudem einen Kurzbericht zum Thema soziale Unterstützung veröffentlicht. Darin enthalten sind unter anderem detaillierte Auswertungen der Angaben der Schülerinnen und Schüler dazu, wie gut sie sich durch ihre Mitschülerinnen und -schüler sowie durch ihre Lehrpersonen unterstützt fühlen. (pd/dc, Foto: Ingram Publishing)

Weitere Informationen
Faktenblatt Schulstress (in deutscher Sprache)
Factsheet Schulstress (en français)
Kurzbericht «soziale Unterstützung» (in deutscher Sprache)
Kurzbericht «soziale Unterstützung» (en français)

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