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Schweizer Bildungsbericht 2018

19.06.2018 – Am 19. Juni 2018 wurde der dritte offizielle Schweizer Bildungsbericht der Öffentlichkeit vorgestellt. Er vermittelt verfügbare Daten und Informationen aus Statistik, Forschung und Verwaltung zum gesamten Bildungswesen der Schweiz und liefert damit die Grundlage für die Beurteilung und Weiterentwicklung des Bildungssystems.


Der Bildungsbericht Schweiz ist Teil des nationalen Bildungsmonitorings. Dieses verfolgt das Ziel einer systematischen, wissenschaftlich gestützten und auf Dauer ausgelegten Beschaffung, Aufbereitung und Auswertung von Informationen über das schweizerische Bildungssystem. Nach einem Pilotbericht im Jahr 2006 ist der Bildungsbericht nach 2010 und 2014 nun der dritte offizielle Bericht in Folge. Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) hat ihn im Auftrag von Bund und Kantonen erstellt. Er ist am 19. Juni 2018 in Bern von Bundesrat Johann Schneider-Ammann, von der Regierungsrätin und EDK-Präsidentin Silvia Steiner sowie von Stefan Wolter, Direktor der SKBF, der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Der Bericht informiert über relevante Kontextbedingungen und institutionelle Merkmale jeder Bildungsstufe und beurteilt die Leistungen des Bildungswesens anhand der drei Kriterien Effektivität (Grad der Zielerreichung), Effizienz (Grad der Wirksamkeit von Abläufen und Massnahmen) und Equity (Chancengerechtigkeit).

Detailliertere Ergebnisse dank modernisierter Statistik
Die modernisierte Bildungsstatistik eröffnet neue Möglichkeiten der Auswertung, mit der das Wissen über kantonale Unterschiede oder Bildungsverläufe in der Schweiz deutlich verbessert wird. So konnten beispielsweise erstmals innerkantonale Unterschiede der Klassengrössen, stabile und differenzierte Abschlussquoten auf der Sekundarstufe II und durch Forschungsprojekte die Übergänge zwischen der obligatorischen Schule und der weiterführenden Bildung untersucht werden.

Herausforderungen: Integration und Digitalisierung
Unter den aktuell wichtigen Herausforderungen für das Schweizer Bildungswesen benennt der Bildungsbericht die Migrationsfragen und die Digitalisierung. Ein Drittel der 15- bis 17-Jährigen weist einen Migrationshintergrund auf. Um die Frage der Integration von Migrantinnen und Migranten eingehender zu untersuchen, wäre gemäss Bildungsbericht die Beschaffung besserer statistischer Daten angezeigt, die auch Sprache, kulturelle Herkunft, sozioökonomische Herkunft und Anwesenheitsdauer im Land umfassen. Vielfach werde nämlich in Studien einzig der Migrationshintergrund als Ursache schulischer Benachteiligung angegeben und das sei zu vereinfachend.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann und die EDK-Präsidentin Regierungsrätin Silvia Steiner hielten an der Medienkonferenz in einer ersten Einschätzung fest, dass die Weiterführung der Harmonisierung der obligatorischen Schule sowie die Erreichung einer Abschlussquote von 95 Prozent und anderer Ziele auf lange Sicht angelegt seien und damit Bund und Kantone hier ihre Anstrengungen weiterführen würden. Ein vermehrtes Augenmerk werde bei der Zusammenarbeit und in den gemeinsamen Zielen auf die Digitalisierung im Bildungsbereich gelegt werden. (pd)

Links
Medienmitteilung SBFI/EDK vom 19.06.2018: Referenzwerk zum Bildungswesen Schweiz in dritter Auflage erschienen
Informationen SKBF zum Bildungsbericht Schweiz 2018 inklusive Angaben für Bestellung
Power-Point-Präsentation von Prof. Dr. Stefan C. Wolter

Presse-Artikel
Ist der Bildungsabbau an der Volksschule nur ein Mythos (Tages-Anzeiger online, 19.06.2016)

Weitere Informationen 
BILDUNG SCHWEIZ ermöglicht in den Ausgaben 7/8 und 9 (Erscheinungsdaten: 3. Juli, 28. August 2018) einen vertieften Einblick in ausgewählte Themenbereiche des neusten Bildungsberichts Schweiz. In diesen Beiträgen stellen Fachleute der SKBF die Neuerungen und relevanten Ergebnisse vor.

 

 

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