Artikel

SER bedauert Entscheid der Lauterkeitskommission

24.01.2019 – Die Schweizerische Lauterkeitskommission hat eine Beschwerde des Syndicat des enseignants romands SER gegen MediaMarkt abgelehnt. MediaMarkt hatte im Sommer versucht, Kinder mit Gutscheinen für gute Noten zu belohnen. Der SER und drei weitere Verbände verurteilen ein solches Vorgehen des Elektronikmarkts.

«Wir belohnen die Schüler!» und «Alle Fünfer und Sechser im aktuellen Zeugnis können in Bargeld umgewandelt werden!», warb MediaMarkt im Juni in verschiedenen Kantonen der Westschweiz. Bereits zu diesem Zeitpunkt hat sich der SER kritisch zur Werbekampagne geäussert. Es sei inakzeptabel, Kinder mit gezielter Werbung zum Konsum zu verleiten. Die Kampagne war an Vier- bis 14-Jährige gerichtet. Somit würden gezielt Minderjährige angesprochen, die weder die Urteilsfähigkeit noch die genügende Auffassungsgabe für solche Promotionen hätten.

Erfolglos Beschwerde eingereicht
Gemeinsam mit dem Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter CLACESO, dem Verband der Eltern von Schülerinnen und Schülern FAPERT sowie der Konsumentenschutzorganisation FRC hat der SER schliesslich Beschwerde bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission eingereicht. Diese hat die Beschwerde im Dezember abgelehnt, wie die Beschwerdeführer nun in einer Medienmitteilung schreiben. Sie bedauern den Entscheid, zumal die Abstimmung in der Kommission gezeigt habe, dass das Thema polarisiere. Drei Mitglieder hatten dafür und drei dagegen gestimmt, es gab eine Enthaltung. Der Stichentscheid des Präsidenten war letztendlich ausschlaggebend für die Ablehnung der Beschwerde.

Kinder weiterhin schützen
«Das Ziel der Schule ist es, den Kindern Wissen und Kompetenzen zu vermitteln und nicht ihre schulischen Leistungen für die Förderung ihres Konsums zu benutzen», heisst es in der Medienmitteilung der Verbände weiter. MediaMarkt hatte im Kanton Bern mit derselben Kampagne bereits 2015 für Empörung gesorgt. In beiden Fällen rechtfertigte sich das Unternehmen: Es gehe nicht nur um eine Marketingaktion, sondern auch um die Belohnung der Schülerinnen und Schüler. Die Beschwerdeführer erinnern in ihrer Medienmitteilung daran, dass der Lehrplan eine Vermittlung entsprechender Kompetenzen erst ab dem 3. Zyklus vorsehe und dies nicht in allen Kantonen. Aufgrund dessen könne ein Primarschulkind die Konsequenzen einer solchen Werbung gar nicht abschätzen. «Trotz dieser Entscheidung werden unsere Verbände weiterhin darauf achten, dass junge Menschen vor Werbekampagnen geschützt sind, die an sie gerichtet sind», so die Beschwerdeführer. (aw; Bild: MediaMarkt)

Weitere Informationen
Drei Franken für die Note 6 – von MediaMarkt (Tages-Anzeiger, 08.07.2015)
Offrir de l'argent aux écoliers en fonction des notes, une pub fait réagir (RTS, 26.06.2018)
Medienmitteilung des SER vom 9. Juli 2018: Plainte contre une campagne publicitaire ciblant les enfants
Medienmitteilung des SER vom 24. Januar 2019: Décision dans l'affaire opposant plusieurs organisations avec Mediamarkt

top


# #