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Sinkendes Vertrauen in Medien

09.05.2018 – Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren haben im Zeitalter von Fake News sinkendes Vertrauen in Medien und informieren sich seltener über politische Ereignisse und Themen. Dies zeigt der easyvote-Politmonitor 2017. Die Schule bleibt weiterhin der wichtigste Ort, an dem sich Jugendliche über Politik informieren.

Ziemlich genau die Hälfte der Schweizer Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren interessiert sich für die internationale Politik. Im Vergleich mit den Vorjahren hat das Interesse an der Schweizer Politik, das mit 43 Prozent etwas tiefer liegt, zudem weiter abgenommen. Demgegenüber gehört die Politik in den USA seit den Präsidentschafts-Wahlen 2016 immer noch zu den Themenbereichen, der die Jugendlichen und jungen Erwachsenen am meisten interessiert. Dies hat der easyvote-Politmonitor 2017 des Politik- und Kommunikationsforschungsbüros gfs.bern ergeben, der im Auftrag des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente (DSJ) bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde. An der Umfrage haben sich 1271 Schülerinnen und Schüler aus 15 ausgewählten Kantonen beteiligt.

Politik kommt an der Schule weniger zur Sprache

Der wichtigste Ort der Informationsbeschaffung ist für Jugendliche und junge Erwachsene wie bereits im Vorjahr die Schule. Die Politische Bildung in der Schule empfinden die Umfrage-Teilnehmenden als sehr wichtig. Jedoch wurde im Vergleich zu 2016 festgestellt, dass die politischen Bildungsinterventionen zurückgegangen sind. So gab es weniger Klassendiskussionen, und auch die Ausländerpolitik, das politische System der Schweiz oder die tagesaktuelle Politik wurden in den Schulen weniger häufig behandelt. Dennoch ist bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen keine allgemeine Politikverdrossenheit erkennbar. 73 Prozent der Jugendlichen stimmen zu, dass die Politik einen grossen Nutzen für die Zukunft hat.

Medien verlieren an Relevanz

Klassische Medien wie Radio und Zeitungen haben als Ort der Informationsbeschaffung im Vergleich zum Vorjahr erneut an Relevanz eingebüsst. Es ist aber auch keine eindeutige Verschiebung von klassischen zu neuen Medien zu beobachten. Im Gegenteil: Facebook verzeichnet einen mindestens ebenso starken Relevanzverlust wie klassische Medien. Die schwierige Stellung der Medien (ob klassisch oder neu) zeigt sich auch im sinkenden Vertrauen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Journalistinnen und Journalisten: Lediglich 17 Prozent geben an, dieser Berufsgruppe zu vertrauen. Somit landen die Medienschaffenden auf dem letzten von 13 Plätzen im Ranking, knapp hinter den Führungspersonen aus der Wirtschaft. Immer noch am meisten Vertrauen haben junge Erwachsene und Jugendliche in den Bundesrat und in die öffentliche Verwaltung. (ff/pd, Bild: easyvote)

Weitere Informationen

www.easyvote.ch/ueber-uns/studien

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