Preisgekrönte Schulen und Frühförderungsprojekte

04.12.2015 – Gleich drei hochwertige Bildungspreise wurden am 2. Dezember in Zürich für besondere Leistungen und grosses Engagement vergeben: Der Frühförderungspreis der Pestalozzi-Stiftung für Schweizer Berggebiete, der Schweizer Preis für Frühkindliche Bildung sowie der Schweizer Schulpreis, die beide vom Verein Forum Bildung verliehen wurden.

Die Pestalozzi-Stiftung will die Qualität des Bildungsstandortes Schweiz fördern und die Chancengerechtigkeit von jungen Menschen in Berg- und Randregionen weiter voranbringen. Zusammen mit dem Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH hat die Stiftung am 2. Dezember 2015 in der Pädagogischen Hochschule in Zürich den Frühförderungspreis für Schweizer Berggebiete vergeben. Der LCH unterstützt den Frühförderungspreis, «weil Kinder mit immensen Entwicklungsunterschieden in den Kindergarten oder die Eingangsstufe eintreten. Es gibt Kinder, die schon viel verpasst haben. Diese Rückstände lassen sich auch mit viel Bildungsaufwand und teuren Massnahmen nicht mehr aufholen», erklärt Franziska Peterhans, Zentralsekretärin LCH und Stiftungsrätin der Pestalozzi-Stiftung, in ihrer Ansprache. «Der Frühförderungspreis ist eine Anerkennung. Er soll Mut machen, das Engagement fortzusetzen und er soll helfen, das Angebot in den Schweizer Berggebieten weiter auszubauen», betont Daniel Zeller, Präsident der Pestalozzi-Stiftung in seiner Begrüssungsrede. Rund sechzehn Institutionen der Frühförderung in den Berggebieten haben sich dieses Jahr für den Frühförderungspreis der Pestalozzi-Stiftung beworben.

Sprachliche Frühförderung in Bündner Gemeinden

Der mit 15'000 Franken dotierte Preis ging an das Privatunternehmen «Wunderfitz und Redeblitz» mit dessen Projekt «Sprachliche Frühförderung in Bündner Gemeinden». «Wunderfitz und Redeblitz» bietet fremdsprachigen Kindern vor dem Kindergarteneintritt altersgerechten und spielerischen Deutschunterricht an. Herzstück sind die thematischen Spielkisten, welche die Freude an der Kommunikation wecken und die deutsche Sprache auf kindgerechte Art fördern. «‹Wunderfitz und Redeblitz› hat mit viel Beharrlichkeit ein Angebot auf die Beine gestellt, das einer Pionierleistung gleichkommt», lobt Heidi Simoni, Institutsleiterin des Marie Meierhofer-Instituts, in ihrer Laudatio die Verantwortlichen. Den Preis nahm Sibylle Wietlisbach-Zwyssig, Gründerin von «Wunderfitz und Redeblitz» schliesslich mit sichtlichem Stolz entgegen: «Der Frühförderungspreis der Pestalozzi-Stiftung ist eine grosse Anerkennung für unser beharrliches Engagement, das wir in den vergangenen zehn Jahren bewiesen haben!»

Nebst dem Hauptpreis velieh die Pestalozzi-Stiftung dieses Jahr auch einen Anerkennungspreis (Preissumme von 5000 Franken). Sina, erfolgreiche Schweizer Mundartsängerin und zugleich Jury-Mitglied der Pestalozzi-Stiftung, stellte das Preisträgerprojekt «Spieltschifere» des Vereins Kinderbetreuung Obwalden vor. Das Projekt will Eltern und Tageseltern von Vorschulkindern zum bewussten Anregen und Begleiten des kindlichen Spiels motivieren. Konkret richtet es sich an Tagesfamilien oder Bergbauernfamilien, die den Sommer auf der Alp verbringen. Indem sie pädagogisch wertvolle Spielmaterialien zur Verfügung haben, können sie die Basiskompetenzen der Kinder zur Schulfähigkeit fördern. «Dieses Angebot zeigt auf, dass Frühförderung zuhause beginnt und ungeachtet der Möglichkeiten und ungeachtet der elterlichen Bildung realisierbar ist», erklärt Sina.

Schweizer Preis für Frühkindliche Bildung und Schweizer Schulpreis
Zusammen mit der Pestalozzi Stiftung, die den Frühförderungspreis für Schweizer Berggebiete verlieh, vergab der Verein Forum Bildung zwei weitere Preise. Der Schweizer Preis für Frühkindliche Bildung (Preissumme von 20'000 Franken), der zum ersten Mal vergeben wurde, ging an die Kita KSA Zwärglihuus in Aarau. Die Kita schaffe für Kinder aller Stufen ein reiches Angebot, bei dem die Kinder grossen Einfluss auf den Alltag nehmen und sich interessegleitet bewegen können. Der Einbezug der Eltern werde zudem bewusst und transparent gestaltet, lobt Heinz Altdorfer, Jurypräsident des Vereins Forum Bildung, das frühkindliche Angebot. Uschi Maurer, Leiterin der Kindertagesstätte, ist glücklich über diese Auszeichnung: «Es macht mich stolz, pädagogische Arbeit zu leisten und ich hoffe, dass sich der Begriff der Frühkindlichen Bildung künftig mehr Gehör verschaffen wird.»

Der mit 120'000 Franken dotierte Schweizer Schulpreis, eine Auszeichnung für herausragende Prozesse im Umgang mit schulischen Herausforderungen, ging an folgende Schulen:

  • Scuola Elementare bilingue Maloja in Vicosporano: Die bilinguale Schule ist ein Beispiel dafür, wie durch Kreativität und Anpassungsfähigkeit eine stark heterogene Schule eine neue Legitimation erwerben kann.
  • Schule Schülerclub Nordstrasse in Zürich: Die Schule pflegt die langjährige Tradition in der gemeinsamen Gestaltung eines «Lebensraumes Schule» mit dem Fokus auf die integrative Förderung.
  • Schule Fluhmüle in Luzern: Die Schule überzeugt mit einem beeindruckenden Integrationskonzept, welches besonders Schülerinnen und Schüler aus einem schwierigen sozialen Milieu unterstützt.
  • Schule Petermoos in Buchs (ZH): Die Schule Petermoos ist Pionierin in der Umsetzung der Lernlandschaften.
  • Espace Entreprise in Genf: Eine Institution, die versucht, die Auszubildenden möglichst praxisnah auf die Berufswelt vorzubereiten.
  • Kaufmännisches Bildungszentrum in Zug: Das Bildungszentrum bietet ein umfangreiches Angebot an beruflichen Ausbildungen für Kaufleute und im Detailhandel.

Text: Belinda Meier

 

Weiterlesen

Medienmitteilung der Pestalozzi-Stiftung vom 02.12.2015: «Die Pestalozzi-Stiftung vergibt den Frühförderungspreis für Schweizer Berggebiete an ‹Wunderfitz und Redeblitz›» (PDF 165 KB)

Medienmitteilung des Vereins Forum Bildung vom 02.12.2015: «Schweizer Schulpreis 2015 – Die Gewinner stehen fest» (PDF 80 KB)

 

Die umfangreiche Reportage zum Projekt «Sprachliche Frühförderung in Bündner Gemeinden» des Unternehmens «Wunderfitz und Redeblitz» können Sie in BILDUNG SCHWEIZ 12/2015 (Erscheinungsdatum: 8.12.2015) nachlesen.

Impressionen

Fotos: Belinda Meier und Thomas Györffy

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