Standpunkte
Coronavirus
Fernunterricht
Lehrermangel

Coronavirus-Pandemie – Jede und jeder für alle!

Das Coronavirus (Covid-19) hält die ganze Welt im Griff: Was vor Kurzem noch wichtig war, beschäftigt uns kaum noch. Situationen, die wir nie für möglich gehalten hätten, sind nun Realität. Die Bedrohung ist mächtig und bereitet uns Sorgen. Aber die zierliche Pflanze Hoffnung keimt und mahnt uns, diese Krise auch als Chance zu begreifen.

Seit dem 16. März 2020 ist in den Schulen nichts mehr, wie es mal war: Von einem Tag auf den anderen ist Präsenzunterricht verboten und es musste eine Betreuungsstruktur aufgebaut und Fernunterricht geplant werden. Vieles muss neu erfunden werden und dies vor dem Hintergrund unsicherer Rahmenbedingungen. Auf welche Zeit die Lehrerinnen und Lehrer für ihre Schülerinnen und Schüler planen, ist ungewiss. Flexibilität, Kreativität und Anpassungsfähigkeit sind gefragt.

Die Geschäftsleitung ist mit den Sorgen der Mitgliedsorganisationen des LCH konfrontiert. Dabei geht es auch um das Wohlergehen der Kinder, insbesondere derjenigen, die zu Hause in schwierigen, bis prekären Situationen sind. Diese Kinder wären besonders auf den geschützten Raum der Schule, den anregenden Unterricht in der Schule und die unterstützende Hand der Lehrperson angewiesen. Die LCH-Führungscrew ist seitens der Medien gefragt und macht auf diese schwierige Thematik immer wieder aufmerksam.

Auch Ängste von vulnerablen Lehrpersonen haben den LCH erreicht: Wegen des Lehrermangels gibt es viele Lehrpersonen, die 65 und mehr Jahre alt sind und damit zu einer Risikogruppe gehören. Es gibt Lehrpersonen mit Vorerkrankungen, die sich um ihre Gesundheit sorgen. Aber auch kerngesunde Lehrerinnen und Lehrer können in grosser Sorge sein, weil sie in einem Haushalt mit Personen der Risikogruppe leben und ihre Liebsten nicht gefährden wollen. Der LCH hat sich öffentlich für den sofortigen Schutz solcher Personen eingesetzt und dafür, dass diese nicht in der Betreuung vor Ort im Schulhaus eingesetzt werden, sondern für die zahlreichen Arbeiten, die jetzt anfallen, um den Fernunterricht vorzubereiten und durchzuführen. Schulleitungen und Anstellungsbehörden haben anfangs zwar teilweise zögerlich, dann aber entschieden auf diese Forderung des LCH reagiert.

Es gibt weitere Sorgen, die Lehrerinnen und Lehrer derzeit umtreiben: Wie kommen alle meine Schülerinnen und Schüler zu digitalen Endgeräten, damit ich den Fernunterricht umsetzen kann? Hier zeigt sich, welche Schulen bereits gut ausgerüstet sind und welche Gemeinden und Kantone in die Ausrüstung und die Weiterbildung der Lehrpersonen investiert haben. Es bestehen grosse Unterschiede, die nun deutlich zum Vorschein kommen. Aber auch die Frage, wie fremdsprachige Eltern aus sozial belasteten Situationen gut erreicht und eingebunden werden können, stellt sich vielen Lehrpersonen.

Lehrerinnen und Lehrer, schulische Heilpädoginnen und -pädagogen und weitere Fachpersonen an den Schulen sind derzeit mit viel Herz und Kopf daran, die Situation so zu bewältigen, dass sie die Kinder erreichen, auch wenn sie ihnen die Hand nicht physisch reichen können. Ich danke euch, liebe Kolleginnen und Kollegen für die wichtige Arbeit, die ihr zurzeit unter grosser Belastung leistet. Und ich wünsche euch allen für die kommenden Tage und Wochen Mut und Energie und dass ihr gesund bleibt! Eure Verbände samt dem LCH sind für euch da, wenn ihr uns braucht!

Datum

31.03.2020

Autor
Franziska Peterhans

Publikation
Standpunkte

Themen