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Die Schweiz stimmt Nein

Das St. Galler Stimmvolk hat sich gegen den HarmoS-Austritt entschieden. Auch die Initiative der Zuger SVP, «Ja zur Mundart», ist am Abstimmungssonntag gescheitert. Diese beiden Resultate sind für den LCH besonders erfreulich. Hingegen bedauert er das Nein zur AHVplus-Initiative.

Das Schweizer Stimmvolk hat entschieden: 59.4 Prozent haben sich gegen die AHVplus Initiative ausgesprochen. Das Resultat deutet auf eine geteilte Schweiz hin. Wie die «Allianz für eine starke AHV», zu der auch der LCH gehört, in einer Medienmitteilung schreibt, war die Volksinitiative AHVplus die erste Etappe auf dem Weg zu besseren AHV-Renten. Die breite Unterstützung, insbesondere aus der lateinischen Schweiz, deute auf einen grossen Rückhalt für bessere AHV-Renten hin. Wie die Allianz zudem schreibt, wird sie sich weiterhin für die Erhaltung des Rentenniveaus durch eine Erhöhung der AHV-Renten einsetzen.

Ja zu Mundart und Hochdeutsch
Für den LCH erfreulicher ist hingegen das Nein zur «Ja zur Mundart»-Initiative der Zuger SVP. Er hat sich bereits vor Jahren in einem Positionspapier für ein richtiges Mass an Hochdeutsch im Kindergarten ausgesprochen. Demnach kommt bei der Sprachförderung im Kindergarten sowohl der Mundart als auch dem Hochdeutsch eine hohe Bedeutung zu. Die Zuger Stimmberechtigten haben sich für den Gegenvorschlag zur Initiative «Ja zur Mundart» entschieden. Künftig wird im Kindergarten grundsätzlich Mundart, in der Primarschule grundsätzlich Hochdeutsch gesprochen. Die Initiative der SVP sah vor, im Kindergarten Mundart als Unterrichtssprache festzuschreiben. Ausserdem sollte die Mundart in der Primarschule im Musikunterricht, Turnen, Zeichnen und Werken Unterrichtssprache sein.

St. Gallen setzt ein Zeichen
Das St. Galler Volk hat die Initiative zum HarmoS-Austritt mit 70 Prozent klar abgelehnt. Die Initianten wollten die ihrer Meinung nach starke Einschränkung der kantonalen Selbstbestimmung durch das HarmoS-Konkordat verhindern. Wie der Kantonale Lehrerinnen und Lehrerverband St. Gallen KLV, warnte auch Bildungsdirektor Stefan Kölliker vor dem Verlust der kantonalen Schulhoheit bei einem Ja zum HarmoS-Austritt. Das klare Resultat bestätigt laut Kölliker, dass sich die interkantonale Schulpolitik bewährt. Auch Beat W. Zemp, Zentralpräsident des LCH, zeigt sich erfreut: «Der Abstimmungsausgang ist ganz im Sinne des LCH und ist ein deutliches Signal für kommende Abstimmungen im Bezug auf den Lehrplan 21.» (pd/aw)

Weiter im Netz
Medienmitteilung der «Allianz für eine starke AHV» nach dem Nein zur AHVplus-Initiative
«Klares Nein zu HarmoS-Austritt» (SRF online, 25.09.2016)
«Kanton Zug: Mundart nur im Kindergarten» (SRF online, 25.09.2016)
Positionspapier LCH: Das richtige Mass Hochdeutsch - Mundart im Kindergarten