Bildungsqualität soll im Kanton Aargau in der Verfassung verankert werden. Das fordert der Lehrpersonenverband Bildung Aargau mit seiner Bildungsinitiative. Das Kantonsparlament hat die Vorlage mit 88 Nein- zu 46 Ja-Stimmen nun aber deutlich ablehnt. Die Ablehnung der Initiative sei nicht überraschend gekommen, sagt Verbandspräsidentin Colette Basler gegenüber LCH.ch.
Basler ist dennoch überzeugt, den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Eine Umfrage unter Mitgliedern zeige klare Bedürfnisse auf: kleinere Klassen, administrative Entlastung und Unterstützung beim Berufseinstieg. Das braucht Ressourcen. Gegnerinnen und Gegner der Initiative kritisieren darum die Kosten, die auf den Kanton zukommen könnten. Sie verweisen zudem darauf, dass Bildungsqualität schon im Schulgesetz festgehalten sei. Dem Verband reicht das nicht. Das Schulgesetz impliziere, dass Bildungsqualität eine Option sei, sagt Basler. «Bildungsqualität ist aber ein Muss, das nicht von politischen Mehrheiten und Schwankungen in der Kantonskasse abhängig sein soll.»
Bildungsqualität relevanter denn je
Das Nein im Kantonsparlament heisst nicht Endstation: Die Initiative kommt im Juni vors Stimmvolk. Bildung Aargau hofft, im Abstimmungskampf eine breite Diskussion anstossen zu können. Das Abstimmungsergebnis wird auch in anderen Kantonen interessieren. Im Rahmen der Aktion Bildungsqualität des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) laufen derzeit mehrere Initiativen. Das Thema sei relevanter denn je, sagt LCH-Präsidentin Dagmar Rösler. Vom Entscheid im Aargauer Parlament ist sie enttäuscht: «Unsere Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf gute Bildung.»
