Fremdsprachen
Standespolitik

Thurgau bleibt beim Frühfranzösisch

Kehrtwende im Kanton Thurgau: Der Grosse Rat sprach sich haarscharf für die Beibehaltung des Frühfranzösisch aus. 62 zu 60 lautete das Resultat. Der LCH ist erleichtert über den Entscheid. Damit kann die Sprachenstrategie der EDK weiter umgesetzt werden. 

Verschiebt der Kanton Thurgau den Französischunterricht auf die Sekundarstufe I oder nicht? Nach der Sitzung des Grossen Rats vom 14. Juni 2017 ist klar: Im Thurgau wird weiterhin in der Primarschule Französisch unterrichtet. Das Resultat wurde mit Spannung erwartet. Noch in der ersten Lesung vom 3. Mai 2017 war der Entscheid mit 68 zu 53 Stimmen gegen das Frühfranzösisch ausgefallen. Damals hatte Regierungsrätin und Bildungsdirektorin Monika Knill verschiedene Massnahmen vorgestellt, mit denen die Gelingensbedingungen des Frühfranzösisch verbessert werden sollten. Mit einem knappen Resultat von 62 zu 60 Stimmen entschied der Grosse Rat nun, Knills Antrag, das kantonale Volksschulgesetz nicht zu ändern, nachzukommen.


LCH hält an den besseren Gelingensbedingungen fest
Freude und Erleichterung löst der Entscheid beim LCH aus. Damit kann die Sprachenstrategie der EDK weiter umgesetzt werden. Dass Lehrpersonen nicht überall mit dem Fremdsprachenunterricht an den Schulen zufrieden sind, dafür zeigte Beat W. Zemp, Zentralpräsident LCH, im Vorfeld Verständnis. In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sagte er: «Um auf Primarstufe erfolgreich zwei Fremdsprachen einzuführen, braucht es mehr Wochenlektionen, kleinere Klassen oder Halbklassenunterricht, spezielle Unterstützung sprachschwacher Schüler und mehr Austausch mit der Romandie.» Ganz wichtig sei auch die neue Promotionsordnung, nach der der Entscheid über den Übertritt an die Sekundarstufe I weniger von den Leistungen im Französischunterricht an der Primarschule abhängt. Für ihn ist deshalb zentral, dass die von der Thurgauer Regierung vorgeschlagenen Massnahmen auch umgesetzt werden und so das Frühfranzösisch sowohl für Lehrpersonen als auch für Schülerinnen und Schüler optimiert werden kann. (pd/dc)

Medienstimmen
«Thurgau will Frühfranzösisch verbessern, nicht abschaffen» (Thurgauer Zeitung Online, 14.06.2017)
«Grosser Rat bleibt bei Frühfranzösisch – Der Thurgau knickt ein» (NZZ Online, 14.06.2017)
«Frühfranzösisch im Thurgau wird doch nicht abgeschafft» (Top Online, 14.06.2017)
«Grosser Rat entscheidet: Weiter Frühfranzösisch im Kanton Thurgau» (SRF Online, 14.06.2017) 

Datum

14.06.2017

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