Ausbildung von Lehrpersonen
Fremdsprachen
Lehrplan
Musikalische Bildung
Volksabstimmung

Zukunftsweisende Entscheide für die Bildung

Neben einer nationalen Abstimmung standen am 21. Mai 2017 fünf kantonale Abstimmungen zu Bildungsthemen an. Keine der Vorlagen in den Kantonen Basel-Landschaft, Luzern, Obwalden, Solothurn und Zürich fand Zustimmung. Vor allem der Zürcher Entscheid für zwei Fremdsprachen in der Primarschule dürfte richtungsweisend sein.

Mit Spannung erwartet wurde der Entscheid des Zürcher Stimmvolks zur Initiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule». Diese war vom Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV, der Zürcher Kantonalen Mittelstufe ZKM, den Sekundarlehrkräften des Kantons Zürich SekZH und der Arbeitsgemeinschaft Schule mit Zukunft lanciert worden. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sprachen sich mit 60,8 Prozent deutlich gegen das Begehren aus. Das Initiativkomitee äusserte seine grosse Enttäuschung über den Entscheid und sieht jetzt die Politik in der Pflicht, die Rahmenbedingungen für den Fremdsprachenunterricht auf der Primarschule zu verbessern. Dies fordert auch der LCH. Er spricht sich für zwei Fremdsprachen auf der Primarschule aus, dafür müssen aber auch die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung stehen. Zufrieden mit dem Resultat zeigte sich die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK. Sie spricht sich ebenfalls dafür aus, dass auf der Primarschule mit dem Unterricht einer zweiten Landessprache begonnen wird. 

Solothurn: Klares Signal für den Lehrplan 21
Im Kanton Solothurn verwarf das Stimmvolk mit 65,6 Prozent die Volksinitiative «Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21» deutlich. Mit der Initiative sollte die Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Solothurn verhindert und stattdessen ein anderer Lehrplan eingeführt werden. Gegen die Initiative hatte sich unter anderem auch der Verband Lehrerinnen und Lehrer Solothurn LSO engagiert. Der LSO zeigt sich gemäss eines entsprechenden Kommentars auf seiner Website erleichtert und erfreut über den Ausgang der Abstimmung. Solothurn ist der sechste Kanton, in dem die Gegner mit Initiativen gegen den Lehrplan 21 gescheitert sind. Abgelehnt wurden ähnlich lautende Initiativen in Aargau, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Schaffhausen und Thurgau.


Basel-Landschaft: Ausbildung entscheidet nicht über Anstellung
«Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen» lautet der Titel der nicht formulierten Initiative, über die die Stimmberechtigten im Kanton Basel-Landschaft am 21. Mai 2017 entschieden. Die Initiative verlangte eine Änderung der Ausbildung für unbefristet angestellte Lehrpersonen der Sekundarschule. Um eine feste Anstellung an einer Baselbieter Sekundarschule zu erhalten, sollten sie ein Studium an der Universität sowie eine einjährige pädagogische Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule (PH) absolvieren. Lehrpersonen, die sich für den anderen Ausbildungsweg, den integrierten Masterstudiengang an einer PH, entscheiden würden, hätten demnach nur noch befristet angestellt werden können. Das Stimmvolk erteilte der Forderung mit einem Nein-Anteil von 78,3 Prozent eine wuchtige Absage.

Zweimal Nein in der Innerschweiz
Im Kanton Obwalden lehnte das Stimmvolk mit 57,6 Prozent Nein einen Nachtrag zum Bildungsgesetz ab. Der Regierungsrat und die Mehrheit des Kantonsrats wollten mit diesem die Angebotslücke bei der familienexternen Betreuung im Schulalter beseitigen. Die Gemeinden wären dazu verpflichtet gewesen, Betreuungsangebote für Kinder während der Schulzeit anzubieten. Nein sagte auch das Luzerner Stimmvolk: Über 67 Prozent lehnten die vorgeschlagene Halbierung der Kantonsbeiträge an die Musikschulen ab. (dc)

Weitere Informationen

Beat W. Zemp zum Sprachenstreit (Radio SRF, Tagesgespräch, 22.05.2017)
Kantonale Abstimmungen – Die Entscheide in den Kantonen (SRF online, 21.05.2017)
Medienmitteilung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK vom 21. Mai 2017: Fremdspracheninitiative Kanton Zürich: EDK erfreut über Abstimmungsergebnis

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule vom 21. Mai 2017: Politik ist jetzt in der Verantwortung

Kommentar des LSO vom 21. Mai 2017: Abstimmung über den Lehrplan 21 Bildungsbremse abgelehnt!