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D-EDK löst sich per Ende Jahr auf

29.10.2018 – Nach der erfolgreichen Einführung des Lehrplans 21 hat die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) beschlossen, sich per Ende 2018 aufzulösen und die interkantonale Zusammenarbeit in der Bildung neu zu strukturieren. Der LCH nimmt den Entscheid der D-EDK mit Skepsis zur Kenntnis.

Die drei Regionalkonferenzen der Ostschweiz, der Nordwestschweiz und der Zentralschweiz haben an ihrer gemeinsamen Sitzung vom 26. Oktober 2018 beschlossen, die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) per Ende 2018 aufzulösen. Die D-EDK war 2011 mit dem Ziel gegründet worden, die Lehrpläne zu harmonisieren, die Lehrmittel zu koordinieren und Instrumente zur Qualitätssicherung zu entwickeln. Nachdem der Lehrplan 21 fertig vorliegt und von allen 21 beteiligten Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein eingeführt wird, ist dies der Anstoss, die interkantonale Zusammenarbeit in der Bildung neu zu organisieren. So sollen Fragen der Lehrmittelkoordination hauptsächlich innerhalb der Interkantonalen Lehrmittelzentrale (ilz) bearbeitet werden.

Im Interesse des Deutschschweizer Bildungsraums sind die drei Regionalkonferenzen übereingekommen, gewisse sprachregionale Tätigkeiten wie das Kompetenzzentrum Lehrplan 21 oder das Schulfernsehen weiterhin gemeinsam abzustimmen und zu finanzieren. Dies wird sowohl in Form von sporadisch gemeinsamen Sitzungen der Regionalkonferenzen als auch über die Zusammenarbeit der kantonalen Volksschulämter in ihrer Konferenz erfolgen, jedoch ohne das formelle Konstrukt einer D-EDK. Die seit 2011 in Luzern bestehende, gemeinsame Geschäftsstelle wird auch unter der neuen Organisationsform mit einem reduzierten Personalbestand weitergeführt.

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH nimmt den Entscheid der D-EDK mit Skepsis zur Kenntnis. Der Dachverband hat bezüglich der sprachregionalen Zusammenarbeit eine klare Meinung: «Mit der neuen Struktur wird die politische Führung auf der sprachregionalen Ebene geschwächt», erklärt Beat W. Zemp, Präsident LCH. Themen wie die Digitalisierung oder die Umsetzung der integrativen Schule würden nun in den drei Regionalkonferenzen unter Umständen völlig verschieden behandelt und weiterentwickelt. Dies kostet zusätzliche Ressourcen, die bei einer engeren sprachregionalen Zusammenarbeit effizienter eingesetzt werden könnten. (pd/mw)

Weitere Informationen
www.d-edk.ch 

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