Eine starke Demokratie braucht starke Schulen. So lautet der Leitsatz unter dem sich der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) mit dem deutschen Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der österreichischen Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD-APS) Anfang Juni in Berlin traf. Dort verabschiedeten die Verbandsspitzen der drei Organisationen die „Berliner Erklärung“. Darin wird die fundamentale Rolle der Schule für den sozialen Zusammenhalt und die Verteidigung der Demokratie betont.
Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit. Sie müsse von jeder Generation neu erarbeitet und gestützt werden, heisst es in einer Mitteilung, die von den drei Verbandsspitzen Tomi Neckov (VBE), Paul Kimberger (GÖD-APS) und Dagmar Rösler (LCH) unterzeichnet wurden. In Deutschland will die AfD die Schulpflicht aufheben und stattdessen eine Bildungspflicht einführen, die Homeschooling erleichtert. Lehrpersonenverbände sind dagegen. «Die Volksschule vermittelt nicht nur Wissen, sondern dient auch als Klammer der Gesellschaft, wo Schülerinnen und Schüler den Umgang miteinander erlernen», sagt LCH-Präsidentin Dagmar Rösler.
Zur Stärkung der Demokratiebildung richten die Verbände fünf Forderungen an die Politik.
- Förderung einer fundierten Diskussionskultur: Offener Austausch im Unterricht ohne Überwältigung.
- Systemische Verankerung: Verbindliche Verankerung in Lehrplänen sowie Schutz der Lehrkräfte vor unzulässigem politischem Druck.
- Zeitliche Freiräume: Gezielte Entlastung von Administration, um Ressourcen für die pädagogische Arbeit zu fokussieren.
- Investition in Gesundheit: Systemische Angebote zur Gesundheitsförderung für Lehrkräfte, um deren Resilienz zu sichern.
- Bildung als strategische Investition: Anerkennung von Bildung als Priorität für die demokratische Stabilität durch nachhaltige Finanzierung.
Die Unterzeichnenden fordern die Politik auf, Bildung als essenzielle Investition in die Zukunft zu begreifen. Wer die Demokratie stärken will, muss die Rahmenbedingungen an den Schulen jetzt verbessern.
