LERNFILMFESTIVAL

Wenn Lernende die Welt erklären

2026 ist mit über 1000 Beiträgen ein Rekordjahr für das Lernfilmfestival. In der Jury sitzt seit 2019 auch der pädagogische Leiter des LCH, Beat A. Schwendimann. Hier erzählt berichtet er von seinen Eindrücken.

Nicht nur das Schauen eines Lehrfilms, auch das Produzieren eines Lernfilms kann Schülerinnen und Schülern ein Thema näher bringen. Foto: iStock/Mordolff

Das Lernfilmfestival verzeichnet 2026 einen Rekord von 1276 Einreichungen. Es zeichnet seit über zehn Jahren die besten Lernfilme der Schweiz aus. Schülerinnen und Schüler können entweder ein eigenes Thema wählen, oder für den Sonderpreis einen Film zum Motto «Augen auf – sicher ankommen» drehen. Die Preisverleihung wird am 10. Juni auf SRF ausgestrahlt.

Das Erstellen eines Lernfilms folgt einem bewährten pädagogischen Prinzip: Wer anderen einen Sachverhalt erklärt, versteht ihn selbst am besten. Dieses Format stärkt zudem die Chancengerechtigkeit, weil alle Beteiligten ihre individuellen Fähigkeiten einbringen können.

Tiefes Verständnis gewürzt mit Originalität

Doch wodurch zeichnet sich ein gutes Erklärvideo aus? Ein gelungener Lernfilm erfordert weit mehr als eine gute technische Handhabung. Im Vordergrund steht immer die pädagogische Idee: Gute Filme bestechen damit, dass Lernende komplexe Sachverhalte sachlich korrekt und adressatengerecht vermitteln. Der grösste Lerneffekt entsteht beim Erarbeiten des Drehbuchs. Denn wer eine Fragestellung verständlich erklärt, baut ein tiefes Verständnis für das Thema auf. Die Jury bewertet nach den Kriterien Originalität, Inhalt und Technik. 

In den vergangenen Jahren beeindruckten viele Arbeiten aufgrund ihrer grossen Originalität. Die Schülerinnen und Schüler zeichnen, animieren Legos oder stehen selbst vor die Kamera.  Die Jugendlichen wählen vielfältige Themen wie Nachhaltigkeit, soziale Medien oder das Zusammenleben in einer integrativen Schule. 

KI darf die eigene Denkleistung und Kreativität nicht ersetzen. 

Beat A. Schwendimann

In den letzten Jahren wurden vor allem Filme mit analogen Techniken eingereicht. Darunter fällt unter anderem die Animation mit Stop-Motion. Dabei werden einzelne Bewegungspositionen, zum Beispiel bei Lego-Figuren, fotografiert und dann schnell hintereinander abgespielt. Eine weitere Möglichkeit bietet auch die Legetechnik, bei der ausgeschnittene Zeichnungen im Video von Hand verschoben werden.

Künstliche Intelligenz macht Schulfilm

Filme können auch mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) erstellt werden.  Die rasante Verbreitung generativer KI-Software wirft für die Jury des Lernfilmfestival neue Fragen auf. Was bleibt vom Lernwert, wenn eine künstliche Intelligenz das Video auf Knopfdruck erstellt? Für den aktuellen Wettbewerb wurden allerdings erst relativ wenige KI-generierte Filme eingereicht. Das Lernfilmfestival lässt den Einsatz von KI grundsätzlich zu. Wichtig ist, dass bei solchen Filmen erwähnt wird, welche Inhalte mithilfe von KI erstellt wurden. 

Das Festivalteam hat 2025 Richtlinien für den Umgang mit KI für die Lernfilme veröffentlicht. KI-Tools können demnach als unterstützendes Hilfsmittel für Erstellung von Ideen, Drehbuchtexten, Musik, Audioeffekten oder visuellen Elementen genutzt werden. Sie dürfen jedoch die eigene Denkleistung und Kreativität nicht ersetzen. So bleibt das Erstellen von Lernfilmen im Unterricht eine attraktive zeitgemässe Lernmethode. Der eigentliche Gewinn liegt im Ringen um verständliche Worte und im Mut, Eigenes zu erschaffen.

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Datum

10.06.2026

Autor
Beat A. Schwendimann

Publikation
LCH News

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