Sexualkunde

Keine Abstimmung über Sexualkundeunterricht

Das Komitee der Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» zieht seine Initiative zurück. Der Zweck sei bereits erfüllt worden, heisst es in der Medienmitteilung vom 14. Juli 2015. Das Komitee wird nun in den «Verein Schutzinitiative» umgewandelt. Er soll die Entwicklung des Sexualkundeunterrichts überwachen. 

Das Schweizer Volk wird nicht über den Sexualkundeunterricht an Kindergärten und Schulen abstimmen. Die Initianten der Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» haben die Initiative überraschend zurückgezogen. Ihre Begründung: Das Volksbegehren habe bereits seinen Zweck erfüllt, auch ohne dass es zur Abstimmung kommt.

In der Medienmitteilung vom 14. Juli 2015 schreibt das Initiativkomitee, dass durch die Lancierung der Initiative eine breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert wurde und sich Bund und Kantone dadurch erst überhaupt mit dem Zeitpunkt der Einführung des Sexualkundeunterrichts auseinandergesetzt hätten. «Weiter wurde erreicht, dass aus den Basler ‹Sexboxen› für Kindergarten und Primarschulen das pornografische Material entfernt und die unsensible Bezeichnung ‹Sexbox› abgeändert wurde», schreiben die Initianten.

Christian Amsler, Präsident der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren, ist erleichtert über den Rückzug der Volksinitiative. Gegenüber der «Tagesschau» vom 14. Juli 2015 sagt er ganz klar: «Ich hätte es nicht gut gefunden, in diesem sehr emotionalen Bereich, der sorgfältig diskutiert werden muss, eine Volksabstimmung durchzuführen.» Sexualkundeunterricht im Kindergarten sei ohnehin kein Thema mehr. «Gegen Ende der Primarstufe und dann weiterführend im siebten, achten und neunten Schuljahr wird primär Aufklärung gemacht und sicher nicht im Kindergarten», ergänzt Amsler.

Das Komitee wird nun in den «Verein Schutzinitiative» umgewandelt. Dieser soll die weitere Entwicklung des Sexualkundeunterrichts im Auge behalten und allfällige Massnahmen ergreifen, die dem Schutz von Kindern bis zum vollendeten neunten Lebensjahr dienen. (bm)


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Medienmitteilung des Initiativkomitees vom 14. Juli 2015: «Volksinitiative ‹Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule› hat ihren Zweck erfüllt»

«Sexualkundeunterricht kommt nicht vor das Volk» (Tages-Anzeiger, 14.07.2015)


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«Sexualkunde kommt nicht vors Volk» (SRF Tagesschau, 14.07.2015)

Datum

15.07.2015

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