19.
Juni 2017 | Zürich

DV zu Lehrpersonengesundheit

Die Gesundheit der Lehrpersonen ist auch Sache ihres Arbeitgebers. Der LCH hat dem Thema ein Projekt gewidmet. An der Delegiertenversammlung vom 17. Juni 2017 in Zürich wurde ein entsprechendes Positionspapier diskutiert und es wurden zwei neue Mitglieder in die Geschäftsleitung gewählt.

Um Lehrpersonen vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu schützen, braucht es neben individuellen Massnahmen auch das Engagement des Arbeitsgebers. Dieser ist gesetzlich zum Gesundheitsschutz seiner Mitarbeitenden verpflichtet. Diesem Auftrag der Arbeitgeber hat der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH das umfangreiche Projekt «Gesundheit der Lehrpersonen» gewidmet. Es wurde an der Delegiertenversammlung vom 17. Juni 2017 in Zürich in den Fokus gerückt.

0 Minuten Pause für Kindergartenlehrpersonen
Arbeitsmediziner Claude Sidler stellte in seinem Referat die Ergebnisse der vom LCH in Auftrag gegebenen Studie zu berufsbedingten Belastungsfaktoren für die Gesundheit von Lehrpersonen vor. Ein hohes Mass an Emotionsarbeit, eine ganzheitliche Zielvorgabe und viele mögliche Störfaktoren wie mangelhafte Luftqualität, Akustik und Beleuchtung prägten den Lehrberuf. Zudem bestünden kaum Rückzugsmöglichkeiten und es fehlten erholsame Pausen, für Kindergartenlehrpersonen gar gänzlich.

Franziska Peterhans, Zentralsekretärin LCH, sagte, für den Gesundheitsschutz der Lehrpersonen seien durch den Arbeitgeber und die Schulleitungen ein erfüllbarer Berufsauftrag und die Einhaltung der gesetzlichen Normen sicherzustellen. In einem Positionspapier, das die Delegierten an der Versammlung verabschiedeten, stellen der LCH und seine Westschweizer Partnerorganisation SER Forderungen. Zudem wird derzeit ein Leitfaden Gesundheit erstellt, der am Schweizer Bildungstag vom 31. August 2017 vorliegen wird. 

Zwei neue Geschäftsleitungsmitglieder gewählt
Jürg Brühlmann, Leiter Pädagogische Arbeitsstelle LCH, tritt altershalber auf 30. September 2017 aus der Geschäftsleitung aus. An der Delegiertenversammlung wurde Beat Schwendimann als Nachfolger gewählt. Er tritt per 1. Oktober 2017 sein neues Amt an. Aufgrund der Amtszeitbeschränkung wird Marion Heidelberger auf Ende des Verbandsjahres 2017/2018 aus der Geschäftsleitung ausscheiden. Zu ihrer Nachfolgerin wählten die Delegierten Dorothee Miyoshi, bisher Mitglied der Geschäftsleitung der Freiwilligen Schulsynode Basel-Stadt FSS. 

Grussworte aus dem Gastgeberkanton
Silvia Steiner, Bildungsdirektorin des Gastgeberkantons Zürich, betonte, die Gesundheit der Lehrpersonen sei ein wichtiges Thema. Die in Zürich vorhandenen Beratungsangebote würden von den Lehrpersonen aber nur mit Zurückhaltung und im Notfall genutzt. Lilo Lätzsch, scheidende Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV, sagte, mit der Lohnrevision habe man in Zürich für die Lehrpersonen bleibende und markante Verbesserungen geschaffen. (Fotos: Roger Wehrli) 

Weitere Informationen 
Die ausführliche Berichterstattung zur Delegiertenversammlung vom 17. Juni 2017 können Sie in BILDUNG SCHWEIZ 7/8 | 2017 nachlesen.

Datum

19.06.2017

Ort
Zürich

Autor
Deborah Conversano