Wir lernen nie aus. Bereits als Kind aber auch als Seniorin oder Senior gewinnen wir neue Einsichten aus Informationen. Die Halbierungsinitiative, über die das Stimmvolk am 8. März entscheidet, ist eine Gefahr für diesen Lernprozess, da sie einer der zuverlässigsten und unabhängigen Informationsquellen des Landes den Geldhahn abdrehen will. Die Initiative verlangt, dass die Medienabgaben pro Haushalt von jährlich 335 Franken auf 200 Franken gekürzt werden. Die Angebote der SRG wären in ihrer heutigen Form also nicht mehr finanzierbar. Dies ist gefährlich.
Die traditionellen Medien sind seit längerem unter Druck. Einst wichtige Zeitungen vermelden Sparrunde um Sparrunde. Immer weniger Menschen abonnieren Printprodukte und informieren sich stattdessen anhand kostenloser Inhalte auf den sozialen Medien oder wenig vertrauenswürdigen Newssites. Die Werbegelder wandern dabei ins Ausland ab. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.
Aktueller Trend braucht Gegengewicht: Dieses heisst SRG
Die Qualität der Berichterstattung privater Medienhäuser lässt daher zusehends zu wünschen übrig. Zu verlockend ist es, mit reisserisch aufgemachten Geschichten rasche Klicks zu generieren. Dieser besorgniserregende Trend braucht ein Gegengewicht und in der Schweiz heisst dieses SRG. Der Service public, den sie leistet, versorgt uns nicht nur mit ausgewogenen Nachrichten und fundierten Recherchen aus dem In- und Ausland. Auch ländliche Regionen und – für uns als LCH wichtig – Schulzimmer werden mit qualitativ hochwertigen Inhalten versorgt.
Sich im Wirrwarr von Fake News und Clickbait zurechtzufinden, fällt nicht nur Kindern, sondern auch vielen Erwachsenen schwer.
SRF School bietet konkretes Unterrichtsmaterial, das auf den Lehrplan 21 abgestimmt ist und einen Bezug zur Schweiz hat. In zahlreichen Videos und Workshops wird zudem die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen gestärkt. Diese gewinnt an Bedeutung: Denn: Sich im Wirrwarr von Fake News und Clickbait zurechtzufinden, fällt nicht nur Kindern, sondern auch vielen Erwachsenen schwer. Für viele Lehrpersonen ist die Herausforderung gross. Es ist daher Gold wert, wenn uns Profis, die am Puls der Zeit sind, hochwertiges Info- und Unterrichtsmaterial bereitstellen.
Noch ist nicht absehbar, welchen Einfluss die Kürzungen auf das Angebot der SRG und SRF School hätten. Denn erst müsste die Politik einen neuen Leistungsauftrag für den Service public erarbeiten. Ich wage es aber zu bezweifeln, dass SRF School darin eine grosse Rolle spielen wird. Die Folgen für unsere Gesellschaft, unseren Zusammenhalt und unsere Demokratie wären verheerend. Daher lehne ich die Halbierungsinitiative am 8. März dezidiert ab und empfehle Ihnen im Sinne eines lebenslangen Lernens, dasselbe zu tun.
