Mein Berufseinstieg war kein ganz gradliniger Weg. Statt direkt eine eigene Klasse zu übernehmen, unterrichtete ich zwei Jahre lang als Stellvertreter, mal in der Stadt Zürich, mal in Agglomerationsgemeinden wie Oberglatt. Was zunächst wie ein Provisorium wirkte, wurde zu einer besonders wertvollen Phase meiner beruflichen Entwicklung. Denn ich lernte nicht nur, wie man unterrichtet, sondern vor allem, was für ein Unterricht und welche Art Schule mir am besten entspricht.
Die Stellvertretungen boten mir Einblicke in vielfältige Welten: Ich erlebte, wie verschieden Schulen geführt und gedacht werden, welche Dynamiken in Klassen herrschen und wie sich Quartiere oder Gemeinden in ihrer Zusammensetzung und in ihren Herausforderungen unterscheiden. Ich entdeckte, dass mir die Unterstufe gut lag, und fand heraus, welche Lehrmittel mich überzeugten und welche nicht.
Auch in Fächern wie Englisch, Mathematik oder Gestalten sammelte ich konkrete Erfahrungen, die mir ermöglichten, meinen eigenen Stil zu entwickeln – und dass dieser manchmal auch von den Ideen in vorgegebenen Lehrmitteln abweicht und abweichen darf.
