Sag mir, wie viel deine Eltern verdienen, und ich sage dir, wie gut du in der Schule bist. In etwa so lassen sich die Ergebnisse zahlreicher nationaler und internationaler Studien zusammenfassen.
Im jüngst erschienenen Unesco-Weltbildungbericht lässt sich beispielsweise nachlesen, wie stark der sozioökonomische Status der Familie den Schulerfolg der Kinder prägt. Lernende aus dem sozioökonomisch schwächsten Viertel sind drei Mal starker gefährdet, die Volksschule mit lückenhaften Grundkompetenzen zu verlassen.
Fachleute sprechen hier vom Matthäus-Effekt: «Wer hat, dem wird gegeben»: Wer privilegiert startet, baut seinen Vorsprung meist weiter aus, Benachteiligte fallen immer weiter zurück. Das widerspricht dem meritokratischen Anspruch, wonach Erfolg auf eigener Leistung, und nicht Herkunft, beruhen soll.
