LCH-Publikumsbericht

«Bei einem Neubau erhält man die Chance, das pädagogische Profil vor Baustart zu erarbeiten»

Im Publikumsbericht zum Verbandsjahr 2025/26 berichtet das damalige LCH-Geschäftsleitungsmitglied Daniel Gebauer über politische Bildung und erzählt von der Wechselwirkung von Architektur und Pädagogik.

Daniel Gebauer war vier Jahre lang Geschäftsleitungsmitglied im LCH. Ab August 2026 widmet er sich wieder vermehrt seinen Aufgaben als Schulleiter und der Arbeit in der Geschäftsleitung von Bildung Bern. Foto: Gion Pfander

Das preisgekrönte Spiel «SpielPolitik!» soll Jugendlichen Föderalismus und Demokratie näherbringen: Wie funktioniert es?

DANIEL GEBAUER: Während des Unterrichts wird Basiswissen zur schweizerischen Demokratie erarbeitet und es werden erste Versuche im Debattieren durchgeführt. Die Klassen gründen zudem eine fiktive Fraktion mit eigenem Namen und Programm. Für die Projekttage in Bern reichen die Jugendlichen ein politisches Anliegen in Form einer Volksinitiative ein. Dann reisen die Klassen für zwei Tage nach Bern. Vor Ort schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Parlamentarierinnen und Parlamentariern und behandeln ihre eingereichten Initiativen. Der Glanzpunkt bildet die Schlussberatung der Initiativen im Nationalratssaal. Der Einblick in das Funktionieren nationaler Politik und die aktive Auseinandersetzung mit eigenen Anliegen sollen den Schülerinnen und Schülern zeigen, welche Einflussmöglichkeiten die Bürgerinnen und Bürger in unserem Staat haben. Das Verständnis für demokratische Regeln und Abläufe stärkt das Vertrauen in die Politik und die Akzeptanz von demokratischen Entscheidungen.

Sie haben als Schulleiter erst kürzlich ein neues Schulhaus eröffnen können. Wie beeinflusst die Architektur das pädagogische Profil einer Schule?

Der Raum wird auch oft als dritter Pädagoge bezeichnet. Starre Raumaufteilungen schränken flexible Unterrichtsformen ein und erschweren es, anregende Lernumgebungen zu schaffen. Bei einem Neubauprojekt erhält man die Chance, das pädagogische Profil vor dem Baustart zu erarbeiten. Als an unserer Schule feststand, dass ein Neubauprojekt angestrebt wird, haben sich die Schulleitungen, Behörden und Lehrpersonen vertieft damit auseinandergesetzt, wie zeitgemässes und zukunftsgerichtetes Lernen aussehen könnte. Eine «Schulreise» mit den eben genannten Akteuren führte uns zu zwei Schulen, wo der Unterricht nicht in Klassenräumen, sondern in grossen Lernlandschaften stattfindet. Der Unterricht an diesen Schulen ist auf das selbstorganisierte Lernen ausgerichtet. Mit Lernlandschaften, Impulsräumen und einem Marktplatz verfügen wir heute über flexibel nutzbare Räume und einer Vielzahl von unterschiedlichsten Lernorten.

Der vollständige Publikumsbericht erscheint in der Juliausgabe von BILDUNG SCHWEIZ und auf LCH.ch/LCH/ueber-uns/Jahres-und-publikumsberichte zum Download. 

Datum

17.08.2026

Autor
(red)

Publikation
LCH News
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