Drei von fünf Kindern und Jugendlichen duschen nach dem Sportunterricht nicht mehr. Dies ergab eine vom Schweizerischen Verband für Sport in der Schule (SVSS) in Auftrag gegebenen Umfrage unter seinen Mitgliedern. Dafür gibt es laut Einschätzung der Sportlehrerinnen und -lehrer zwei Gründe. Einerseits schämen sich 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler beim Duschen. Andererseits befürchten sie, dass ungewollte Nacktaufnahmen von ihnen gemacht und verbreitet werden.
Was kann man dagegen tun? In seiner Umfrage, wo man sich auf bauliche Massnahmen fokussiert hat, kommt der SVSS zu einem klaren Schluss. Er fordert, dass bei Neu- und Umbauten von Sportanlagen auch Einzelduschen vorhanden sind für Kinder und Jugendliche, die nicht in die Gemeinschaftsdusche wollen. Das ist eine Forderung, die den Nerv der Zeit trifft. Mehrere Rückmeldungen von Eltern beim SVSS-Vorstand bestätigen dies.
Lebensphase mit vielen Unsicherheiten
Manche mögen solche Massnahmen als Überreaktion abtun. Auch ich erinnere mich an meine Schulzeit und daran, dass das gemeinsame Duschen nach dem Sport zu keinerlei Irritation geführt hat. Es gehörte diskussionslos zum Sportunterricht. Doch die Zeiten haben sich geändert. Nicht nur orientieren sich Jugendliche immer mehr an Körperidealen, die sie mit noch so viel Disziplin nicht erreichen werden. Dies, in einer Lebensphase, in der man ohnehin mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen hat.
