LCH-Publikumsbericht

«Die Kunst besteht darin, eine Mischung zwischen individueller Förderung und Kooperation zu finden»

Die Stärke der Schule zeigt sich, wo zusammengearbeitet wird. Im LCH-Publikumsbericht betont Geschäftsleitungsmitglied Dorothee Miyoshi, wie wichtig Zusammenarbeit  ist. Auch im Umgang mit digitalen Medien und Social Media.

Dorothee Miyoshi, Mitg

Welche Folgen haben digitale Medien auf die Entwicklung von Kindern und warum ist der LCH gegen staatliche Handy- und Social-Media-Verbote?

Neue Studien zeigen immer deutlicher auf, welchen grossen Schaden ein zu hoher Medienkonsum in zu jungem Alter verursachen kann. Deswegen ist es höchste Zeit, dass wir unsere Kinder so gut wie möglich vor diesen negativen Auswirkungen schützen. Die negativen Effekte sind zum Glück nicht zwangsläufig dauerhaft. Positive Erfahrungen vermögen viel auszugleichen. Förderlich sind Co-Nutzung (gemeinsam anschauen und besprechen), aktive Nutzung (selbst gestalten statt konsumieren) sowie analoge Erfahrungen und echte Beziehungen. Zudem haben viele Jugendliche auch einen gesunden Umgang mit digitalen Medien. Nicht ob, sondern wie Kinder digitale Medien nutzen, ist entscheidend. Verbote können problematische Nutzungen ins Verborgene verlagern oder den Anreiz gar vergrössern. Digitale Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und es ist wichtig, Kinder gut auf den Umgang damit vorzubereiten. Der LCH plädiert für eine Dreifachstrategie aus schulischer Medienbildung, gestärkten Elternkompetenzen sowie gesetzlichen Schutzmassnahmen der Plattformanbieter.

«Einzellehrpersonen stossen schneller an ihre Grenzen als jene, die im Team arbeiten.»

Wie können Lehrpersonen möglichst allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden?

Leider gibt es keinen One-size-fits-all-Ansatz. Wir Lehrpersonen müssen akzeptieren, dass es hin und wieder Situationen gibt, in denen wir einem Kind nicht gerecht werden. Doch gibt die Forschung Anhaltspunkte für gute Rahmenbedingungen. So helfen klare Strukturen und Klassenführung, kognitive Aktivierung, ein unterstützendes Klassenklima mit guten Beziehungen, Akzeptanz und eine Feedbackkultur. Weiter sind unterschiedliche Zugänge zum gleichen Lernziel und eine methodische Vielfalt wichtig. Einzellehrpersonen stossen schneller an ihre Grenzen als jene, die im Team arbeiten. Eine vollständige Individualisierung ist kaum umsetzbar und fördert auch die Kooperation unter den Lernenden zu wenig. Die Kunst besteht wohl darin, eine gute Mischung zwischen individueller Förderung und Kooperation zu finden. Ein didaktischer Ansatz, der viele der genannten Anforderungen erfüllt, ist jener des Universal Design for Learning (UDL).

Der vollständige Publikumsbericht erscheint in der Juliausgabe von BILDUNG SCHWEIZ und auf LCH.ch/LCH/ueber-uns/Jahres-und-publikumsberichte zum Download. 

Datum

26.08.2026

Autor
(red)

Publikation
LCH News

Themen