Lernen kann auch spielerisch geschehen: Warum sollten sich Lehrpersonen dies immer wieder in Erinnerung rufen?
Wenn es um kleine Kinder geht, ist den meisten Erwachsenen intuitiv klar, dass sie spielend lernen. Ab dem Schuleintritt halten dies viele plötzlich für nicht mehr altersgemäss. Gerade wir Lehrpersonen wissen es besser: Spielen ist lernen – auch im schulpflichtigen Alter. Spielen fördert kognitive, soziale, emotionale und sprachliche Kompetenzen. Im Zyklus 1, insbesondere im Kindergarten, hat das spielerische Lernen eine lange Tradition und Lehrpersonen nutzen die Lernform gezielt und häufig. Vor allem das freie Spiel bietet viele Lerngelegenheiten. Kinder nutzen dabei ihr Wissen und ihre Erfahrungen und entwickeln diese im Spiel weiter. Sie imitieren und verarbeiten Erlebnisse und Abläufe aus dem Alltag und Handlungen von Erwachsenen – meist angereichert mit Fantasie, vor allem aber mit Begeisterung und Hingabe. Lehrpersonen bereichern dieses Spiel mit Fragen und Anmerkungen, die auf nächste Entwicklungsschritte oder weiteres Wissen weisen und so den Lernprozess unterstützen. Oft beobachten sie aber auch einfach, notieren Wichtiges und stellen immer wieder fest: Im Spiel arbeiten die Kinder an zahlreichen Kompetenzen und Lernzielen – besonders auch im überfachlichen Bereich.
Erhält die Arbeit der Lehrpersonen des Zyklus 1 genug Anerkennung?
Die Arbeit erhält zunehmend die verdiente Anerkennung. Besonders Kindergartenlehrpersonen mussten lange darauf warten – zu lange. Aber: Noch immer fehlt in manchen Kantonen die nötige Wertschätzung, besonders beim Lohn, aber nicht nur. Zu viele Politikerinnen und Politiker missverstehen den Beruf vorwiegend als Betreuungsaufgabe. Im Zusammenhang mit dem Einsatz von Personen ohne Lehrdiplom als Notlösung gegen den Lehrpersonenmangel hört man bisweilen, es komme vor allem darauf an, ob jemand gut mit Kindern umgehen könne. Solche Stimmen repräsentieren glücklicherweise nicht die Mehrheit. Die meisten wissen: Lehren ist mehr. Lehrpersonen im Zyklus 1 verfügen über umfassende Expertise zur frühen Kindheit – etwa Sprachförderung, soziales Lernen, Diagnostik und Elternarbeit. Der erste Zyklus legt das Fundament für die Schulkarriere und trägt wesentlich zu Bildungserfolgen bei.
