AUS DEM LCH

«Ziel bleibt eine faire Zuweisung, die unabhängig von der sozialen Herkunft erfolgt»

Im Publikumsbericht fordert Beat A. Schwendimann, Pädagogik-Leiter des LCH, dass das Schweizer Bildungssystem durchlässiger wird. 

Die schulische Selektion sollte unabhängig von der sozialen Herkunft geschehen, sagt Beat A. Schwendimann. Foto: Gion Pfander

Der LCH will, dass die schulische Selektion chancengerechter wird. Wie soll das geschehen?

Der LCH setzt sich für eine chancengerechte Zuweisung durch Kriterien ein, die fachliche und überfachliche Kompetenzen erfassen. Das Bildungssystem soll so gestaltet sein, dass die Durchlässigkeit zwischen den Anforderungsprofilen verbessert wird. Hilfreich sind räumliche Nähe der Schulstandorte sowie niederschwellige Möglichkeiten für den Wechsel zwischen den Niveaus. Das Ziel bleibt eine faire Zuweisung zu passenden Bildungswegen, die unabhängig von der sozialen Herkunft erfolgt.

Wie muss politische Bildung in der Schule aussehen, damit sie Jugendliche anspricht?

Der LCH ist der Ansicht, dass politische Prozesse und Strukturen nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch direkt erlebbar gemacht werden sollten. Schülerinnen und Schüler können sich beispielsweise in Schülerräten engagieren, an Schulentwicklungsprojekten mitwirken oder das Bundeshaus besuchen. Politische Bildung sollte früh beginnen und auf allen Schulstufen sowohl Unterrichtsinhalt als auch Teil der Schulkultur sein. Lehrpersonen stehen dabei vor der Herausforderung, einerseits parteipolitische Neutralität zu wahren, andererseits aber Grundwerte unserer Gesellschaft wie die allgemeinen Menschenrechte zu vertreten. Dafür benötigen Lehrpersonen Zeit, aktuelle Lehrmittel und im Konfliktfall Rückhalt von Schulleitungen und Behörden.

Wer aus der Schule kommt, beherrscht eine zweite Landessprache mehr schlecht als recht, obwohl der Unterricht schon in der Primarschule beginnt. Was ist zu tun?

Lehrpersonen wollen einen hochwertigen Fremdsprachenunterricht umsetzen. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen lassen sich jedoch die Ziele der EDK-Sprachenstrategie nicht erfüllen. Studien belegen eine deutliche Diskrepanz zwischen den Bildungszielen und dem tatsächlichen Sprachniveau der Schülerinnen und Schüler. Der LCH fordert die EDK sowie die kantonalen Behörden deshalb dazu auf, die Ziele und Rahmenbedingungen des Fremdsprachenunterrichts grundlegend zu prüfen. Es braucht wirksame Massnahmen, um mehr Jugendlichen den Erwerb der geforderten Kompetenzen zu ermöglichen.

Der vollständige Publikumsbericht erscheint in der Juliausgabe von BILDUNG SCHWEIZ und auf LCH.ch/LCH/ueber-uns/Jahres-und-publikumsberichte zum Download. 

Datum

20.07.2026

Autor
(red)

Publikation
LCH News