AUS DEM LCH

«Lehrpersonen sollten Abweichungen vom gewohnten Verhalten frühzeitig ansprechen»

Im Publikumsbericht betont LCH-Geschäftsleitungsmitglied Sandra Locher Benguerel, dass bei Fällen von Schulabsentismus genau hingeschaut werden muss. 

Sandra Locher Benguerel betont, wie wichtig die Gelder für das Sportförderprogramm Jugend und Sport für die Schulen sind. Foto: Gion Pfander

Die Zahl der Fälle von Schulabsentismus steigt. Was können Lehrpersonen tun?

Schulabsentismus gilt es immer in einem grösseren Zusammenhang zu betrachten und entsprechend kann Schulabsentismus auch niemand allein lösen. Lehrpersonen können im Schulzimmer ein unterstützendes Umfeld bieten, in dem sich alle Schülerinnen und Schüler wohlfühlen und vor allem gut lernen können. Lehrpersonen können darauf achten, dass ihr Unterricht kreativ und abwechslungsreich ist, denn dies verhilft zu einem positiven Selbstbild. Verhaltensweisen wie Rückzug und Gleichgültigkeit oder körperliche Beschwerden können auf eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit hinweisen und sollten ernst genommen werden. Dabei zeigen sich Krisen bei Kindern und Jugendlichen stets auf individuelle Weise. Lehrpersonen sollten Abweichungen vom gewohnten Verhalten frühzeitig ansprechen und allenfalls psychosoziales Fachpersonal einbeziehen.

Der Bund verzichtet darauf, die Gelder für Jugend + Sport zu kürzen und plant sogar eine Erhöhung. Warum ist das wichtig?

Die Gelder für das Sportförderprogramm Jugend und Sport (J+S) sind für unsere Schulen von grosser Bedeutung, denn sie leisten einen entscheidenden Beitrag zur Finanzierung von Schulsportlagern. Zudem ergänzen die freiwilligen Schulsport-Angebote den obligatorischen Sportunterricht ideal. So können Kinder und Jugendliche niederschwellige Sportangebote vor Ort in Anspruch nehmen und damit ihre Bewegungsaktivitäten steigern. Das Programm von J+S ist seit 50 Jahren ein Erfolgsmodell. Dies gilt sowohl aus Bildungs- als auch aus Gesundheitsperspektive. Sportliche Aktivitäten und Lager stiften Gemeinschaft, fördern die Integration, vermitteln zentrale Werte des Zusammenlebens und stärken das physische und psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in der ganzen Schweiz. Die 175 000 Unterschriften, die innert kurzer Zeit gegen die Kürzung zusammengekommen sind, waren ein starkes Zeichen. Offenbar hat der Bundesrat dieses verstanden. Die Erhöhung der J+S-Gelder muss aber noch vom Parlament genehmigt werden, es bleibt also spannend.

Der vollständige Publikumsbericht erscheint in der Juliausgabe von BILDUNG SCHWEIZ und auf LCH.ch/LCH/ueber-uns/Jahres-und-publikumsberichte zum Download. 

Datum

03.08.2026

Autor
(red)

Publikation
LCH News