In vielen Gemeinden zeigt sich derzeit ein deutlicher Bedarf an zusätzlichem Schulraum. Einerseits befinden sich zahlreiche Schulgebäude in einem Zustand, der den aktuellen pädagogischen und betrieblichen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Andererseits führt das anhaltende Bevölkerungswachstum zu einem erhöhten Platzbedarf. Schulraumplanung ist eine langfristige Aufgabe, die sowohl strukturelle als auch pädagogische Entwicklungen berücksichtigt.
Kolumne
Neue Schulräume brauchen breite Zustimmung
Moderne Schulhäuser brauchen moderne Konzepte, ist Daniel Gebauer, Schulleiter in Zollbrück und Mitglied der LCH-Geschäftsleitung, überzeugt. Er hat den Umbau des Oberstufenzentrums von Anfang an begleitet.
Mehr zum Schulhaus Zollbrück lesen Sie im Artikel «Hier macht selbstorganisiertes Lernen Schule».
Der Bau von Schulraum ist aber weitaus mehr als eine bauliche Massnahme. Denn diese Projekte sollten genutzt werden, um bestehende Strukturen zu überprüfen und schulische Entwicklungen gezielt voranzutreiben. Moderne Lernumgebungen tragen dazu bei, zeitgemässe pädagogische Ansätze umzusetzen. Worauf gilt es bei der Planung zu achten? Neu entstehende Schulräume sollen nicht nur eine funktionale Aufgabe erfüllen, sondern eröffnen Möglichkeiten, schulische Strukturen weiterzuentwickeln. Moderne Unterrichtsformen brauchen flexible Raumkonzepte, die unterschiedliche Lernsettings ermöglichen und auf veränderte Lehr- und Lernkulturen abgestimmt sind.
«Der Bau von Schulraum ist weitaus mehr als eine bauliche Massnahme.»
Ein möglicher Ansatz ist der Bau von offenen und vielseitig nutzbaren Lernlandschaften. Diese erleichtern variable Arbeitsformen und unterstützen so selbstständiges sowie kooperatives Lernen. Erfahrungen aus verschiedenen Regionen zeigen, dass solche räumlichen Konzepte die Organisation des Unterrichts verändern und eine stärker begleitende Rolle der Lehrpersonen begünstigen.
Der Weg von der Planung bis zur Realisierung eines Schulhauses umfasst zahlreiche Schritte. Dazu gehören nicht nur Architekturwettbewerbe, sondern auch Projektierungsphasen sowie Entscheidungsprozesse in politischen Gremien und in der Bevölkerung. Investitionen in neue Schulbauten bilden oft bedeutende Ausgabenposten für Gemeinden und erfordern eine breite Zustimmung. Gleichzeitig müssen pädagogische, organisatorische und betriebliche Fragen parallel geklärt werden, damit ein Neubau den gewünschten Nutzen entfalten kann. Damit dies gelingt, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Lehrpersonen, Behörden und Fachstellen zentral. Gemeinsame Planungsprozesse tragen dazu bei, Anforderungen zu präzisieren, Nutzungskonzepte zu entwickeln und mögliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Externe Beratung kann unterstützen, indem sie Strukturierungshilfen bietet und eine ganzheitliche Betrachtung ermöglicht. Der Aufwand lohnt sich aber, denn das Schulhaus wird nicht umsonst auch als dritter Pädagoge bezeichnet.
Datum
Autor
Daniel Gebauer
Publikation
Standpunkte
