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Einführung des Lehrplans 21 schreitet voran

10.08.2018 – Auf das neue Schuljahr hin wird der Lehrplan 21 in sechs Kantonen eingeführt. Damit sind es 17 Kantone, in denen die Schulen mit dem neuen Lehrplan arbeiten. Trotz fehlender Lehrmittel oder stärkerer Orientierung an den Kompetenzen fällt die Bilanz positiv aus, wie ein Tagesschau-Beitrag zeigt.

Am kommenden Montag geht der Schulbetrieb in vielen Deutschschweizer Kantonen wieder los. Der Schulstart ist für sechs Kantone (Zürich, Solothurn, Bern, Wallis, Graubünden und Appenzell-Innerrhoden) gleichzeitig eine Premiere: Im neuen Schuljahr wird erstmals nach dem Lehrplan 21 unterrichtet. Diese Kantone kommen zu den elf hinzu, die die Einführung des Lehrplans 21 bereits hinter sich haben. Damit verbleiben einzig Zug, Freiburg und Schaffhausen, die ab dem Schuljahr 2019/20 nach dem neuen Lehrplan unterrichten werden, sowie der Aargau, der sich für die Einführung bis zum Schuljahr 2020/21 Zeit lässt.

Die Bevölkerung hat sich in mehreren kantonalen Volksinitiativen, die gegen die Einführung des Lehrplans 21 gerichtet waren, hinter das zunächst umstrittene Reformwerk gestellt, so beispielsweise im Kanton Basel-Landschaft. Gemeinsam mit Basel-Stadt haben die beiden Halbkantone den Lehrplan 21 im Jahr 2015 als Erste eingeführt. In einem Beitrag in der «Tagesschau» hat Dieter Baur, Leiter Volksschulen im Kanton Basel-Stadt, nach drei Jahren Lehrplan 21 eine überwiegend positive Zwischenbilanz gezogen. Problematisch sei einzig, dass für manche Fachbereiche immer noch einige Lehrmittel fehlen. «Dort, wo es nichts gibt, entwickeln und erarbeiten wir eigene Lehrmittel und Unterlagen», betonte Baur. Die zeitintensive Umsetzung des Lehrplans 21 will der Kanton Basel-Stadt bis 2021 abgeschlossen haben.

Der Lehrplan 21 zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Wissen aneignen, sondern auch Fähigkeiten und Kompetenzen erwerben und anwenden können. Im selben Beitrag hat Beat W. Zemp, Zentralpräsident LCH, eingeräumt, dass dieser Fokus auf die Kompetenzbildung für die Lehrpersonen Hürden birgt. «Bei anwendungsorientierten Prüfungen bedeutet das, dass man nicht nur behandeltes Wissen abfragt, sondern, dass man eben Anwendungsaufgaben stellt», erklärte er. Dies sei aber anspruchsvoll und in einigen Fächern auch nicht so einfach umzusetzen. (mw; Foto: SRF Tagesschau)

Weitere Informationen
Beitrag in der «SRF-Tagesschau» vom 8. August 2018: «Bilanz Lehrplan 21»
Stand der Einführung des Lehrplans 21 auf www.lehrplan21.ch

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