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Onlineportale springen in die Bresche

25.03.2020 – Durch die Ausbreitung des Coronavirus ruht der Präsenzunterricht an Schulen seit bald zwei Wochen. Doch in dieser kurzen Zeit sind viele Tipps und Ideen entstanden, wie Lehrpersonen den Fernunterricht mit digitalen Hilfsmitteln attraktiv gestalten können.

Als der Bundesrat am 13. März 2020 den Präsenzunterricht an Schulen vorläufig untersagte, begannen Lehrpersonen, sich noch während der Pressekonferenz auf Social Media darüber auszutauschen, wie sich der Lernprozess trotzdem aufrechterhalten lässt. Aus den ersten Tipps wurden Linksammlungen, daraus wiederum entstanden ganze Websites.

PH bieten Orientierungshilfe
Bereits etabliert hat sich innerhalb dieser kurzen Zeit das Wiki der PH Schwyz «Lernen trotz Corona». Dieses verzeichnete nach vier Tagen bereits 50‘000 Zugriffe und ist mittlerweile auf über 18 Themenbereiche angewachsen. Wer will, kann mitschreiben, neue Aspekte einfügen oder bestehende präzisieren. So deckt das Wiki viele Dimensionen des Fernunterrichts ab: didaktische Überlegungen, Dienste für die Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern, Projektideen, Lerneinheiten oder auch eine Liste von überlasteten Webdiensten. Auch die PH Zürich bietet Empfehlungen für digitale Lerntools und für Offline-Aktivitäten, Tipps für den Fernunterricht, Materialien in Fremdsprachen und vieles mehr. Diese Tools und Informationen hätten sich in der Praxis bewährt und könnten auch in Bezug auf den Datenschutz mit gutem Gewissen weiterempfohlen werden, schreibt sie auf ihrer Website.

Gratisangebote von Verlagen
Das Onlineportal «zebis» hat ein Dossier zu digitalen Hilfsmitteln für den Fernunterricht bereitgestellt. Hier geht es um unterrichtspraktische Instrumente für das Austauschen von Dokumenten, das Abhalten von Videokonferenzen oder das gemeinsame Erarbeiten von Inhalten. Der kantonale Berufsverband Bildung Bern veröffentlicht auf seiner Website laufend aktualisierte Empfehlungen, Hilfestellungen und klare Vorgaben. Zudem dokumentieren viele Lehrerinnen und Lehrer ihre Erfahrungen oder Tipps zum Fernunterricht. Auf der Website web2-unterricht.ch gehen die Lehrpersonen Renée Lechner, Urs Henning und Emil Müller darauf ein, wie sie den Unterricht von zu Hause aus weiterführen. Solidarisch mit den Lehrerinnen und Lehrern zeigen sich zuletzt auch diverse Lehrmittelverlage und Lernsoftware-Agenturen, die kurzzeitig Inhalte oder Anwendungen kostenlos anbieten. Eine Liste dazu führt das Wiki «Lernen trotz Corona».

Grundlagen für später aufbauen
Was sich über die aktuellen Angebote hinweg abzeichnet: Es geht nicht darum, zwei oder drei Wochen bis zu den Oster- oder den Frühlingsferien zu überbrücken. Verlangt sind didaktische Konzepte, die für zwei oder drei Monate taugen. Wenn dabei die digitale Kompetenz bei den Lehrerinnen und Lehrern sowie bei den Kindern und Jugendlichen wächst, ist das eine Entwicklung, auf die sich später im regulären Schulbetrieb aufbauen lässt. (aa/mw; Bild: www.lernentrotzcorona.ch)

Weitere Informationen
www.lernentrotzcorona.ch 
www.phzh.ch/lernenzuhause   
www.zebis.ch/corona 
www.bildungbern.ch/corona 
www.web2-unterricht.ch 

Weiter im Text
Dieser Text ist ein Vorabauszug aus dem Bericht in der Rubrik «Bildungsmarkt» in BILDUNG SCHWEIZ 4 | 2020 vom 31.3.2020. 

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