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Schreiben mit der Hand kommt zu kurz

09.04.2019 – Deutsche Lehrpersonen stellen dem Handschreiben kein gutes Zeugnis aus. Sie fordern deshalb unter anderem mehr Zeit zum Üben. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Verbands Bildung und Erziehung in Deutschland, die sich neben den Problemen auch mit den Ursachen und möglichen Lösungen beschäftigt.

Die für die Entwicklung einer Handschrift notwendigen Kompetenzen beziehungsweise die Handschrift der Schülerinnen und Schüler allgemein haben sich verschlechtert. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) mit dem Schreibmotorik Institut von September 2018 bis Januar 2019 durchgeführt hat. An der «Studie über die Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben» (STEP 2019) haben sich über 2000 Lehrpersonen in ganz Deutschland beteiligt.

Handschreiben ist Bildung
Beim Schreiben mit der Hand geht es nicht in erster Linie um eine heute mehr oder weniger verzichtbare Kulturtechnik, sondern um Bildung. Handschreiben unterstützt die Rechtschreibung, das Lesen, das Textverständnis und die schulischen Leistungen im Allgemeinen – positive Wirkungen, die 90 Prozent der Befragten hervorheben. Allerdings fehlt es an den Bedingungen, um das Handschreiben besser zu fördern. So finden zwei von drei Lehrpersonen, dass zu wenig Zeit für das Üben in der Schule bleibt. Der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann kritisiert in der Medienmitteilung des VBE die mangelnden Grundlagen: «Wie sollen wir den Kindern das Schreibenlernen beibringen, wenn den Lehrkräften schlicht die Zeit fehlt, sie individuell zu unterstützen?»

Jungen im Nachteil
Nur vier Prozent der befragten Lehrpersonen im Sekundarbereich sind mit der Handschrift ihrer Schülerinnen und Schüler zufrieden. Zusätzlich haben Jungen deutlich mehr Mühe mit dem Handschreiben: 45 Prozent auf der Primarstufe im Vergleich zu 29 Prozent der Mädchen. Als Problemursachen orten zwei von drei Befragten die mangelnde Routine, die schlechte Motorik sowie Konzentrationsprobleme. Aus diesem Grund sprechen sich fast alle Lehrpersonen für mehr feinmotorische Aktivitäten aus. Mögliche Massnahmen, die hier helfen könnten, sind spezielle schreibmotorische Trainings oder mehr individuelle Förderung und gezielte Hilfestellung auch in höheren Klassen. (pd/mw; Foto: Thinkstock/ChesiireCat)

Weitere Informationen
Medienmitteilung des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) vom 9. April 2019: «Mehr Zeit für Handschreiben!»
Bericht in Chartform: «STEP 2019 – Studie über die Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben»


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