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Wie sich Kindergartenkinder bewegen

20.11.2018 – In einem überkantonalen Forschungsprojekt wurde in der Stadt Zürich und im Kanton Uri untersucht, ob es bezüglich Motorik Unterschiede zwischen Kindergartenkindern in städtischen und ländlichen sowie in Regel- und Bewegungskindergärten gibt. Analysiert wurden das «Sich-Bewegen» und das «Etwas-Bewegen». Nun liegen die Resultate vor.

Im Aufbau der motorischen Handlungsfähigkeit nimmt die frühkindliche Entwicklungsphase eine zentrale Stellung ein. Im Gegensatz zur Primarstufe existiert zur Bewegungskompetenz von Kindergartenkindern in der Schweiz bislang wenig empirisches Wissen. Ein überkantonales Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschulen Schwyz und Zürich sowie der Universität Basel hat dieses Thema nun beleuchtet und in Kindergärten in der Stadt Zürich und im Kanton Uri untersucht. Am 19. November 2018 stellte die Bildungs- und Kulturdirektion Uri die Resultate der interessierten Öffentlichkeit vor. Sie hat dazu eine Medienmitteilung veröffentlicht.

Im Forschungsprojekt wurden mit Hilfe eines neu entwickelten Aufgabensets die motorischen Basiskompetenzen von vier- bis sechsjährigen Kindern überprüft, und zwar in den Kompetenzbereichen «Sich-Bewegen» (Balancieren, Rollen, Springen und Laufen) und «Etwas-Bewegen» (Werfen, Fangen, Prellen und Dribbeln). Beteiligt waren 170 Kinder aus zwölf Kindergärten im Kanton Uri und 233 Kinder aus 14 Stadtkindergärten in Zürich.

Die Studie zeigt, dass ältere Kindergartenkinder in beiden überprüften Kompetenzbereichen deutlich besser abschneiden als jüngere. Ebenfalls erwartungsgemäss zeigen sich in beiden Teilstichproben signifikante Unterschiede zugunsten der Mädchen im Kompetenzbereich «Sich-Bewegen» sowie zugunsten der Knaben im Kompetenzbereich «Etwas-Bewegen», vor allem beim Zielwerfen und Dribbeln. Beim Stadt-Land-Vergleich fällt auf, dass Urner Kinder in beiden Kompetenzbereichen deutlich bessere Leistungen zeigen als Kinder aus der Stadt Zürich. Dieser Unterschied dürfte angelehnt an andere Untersuchungen auf die in städtischen Wohngebieten stärker eingegrenzten Aktionsräume zurückzuführen sein, wie unter anderem hohe Wohn- und Verkehrsdichte. Demgegenüber finden Kinder auf dem Land noch mehr frei nutzbare Flächen für das selbstständige Spielen und Bewegen vor.

Wie die Studie weiter zeigt, verfügen Kinder aus Kindergärten mit einer besonders bewegungsfördernden Lernumgebung («Purzelbaum-Projekt») über einen besseren motorischen Leistungsstand als Kinder aus Regelkindergärten. Dieser Befund unterstreicht, dass es sich lohnt, Bewegung im pädagogischen Schulkonzept zu integrieren. (pd/dc, Foto: iStock/SbytovaMN) 


Weitere Informationen
Medienmitteilung der Bildungs- und Kulturdirektion Uri vom 19. November 2018: «Studie zu motorischen Basiskompetenzen im Kindergartenalter.»

Fachartikel zur Studie auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft für Sportmedizin (SGSM): «Motorische Basiskompetenzen von 4-bis-6-Jährigen in der Schweiz – Eine vergleichende Untersuchung in Regel- und Bewegungskindergärten»

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