Artikel

Mit Munggen die Schweiz erkunden

06.09.2018 – Was ist ein Geotop? Welche Aufgabe hat ein Meier? Wann war Goethe zum ersten Mal auf dem Gotthard? Die App SQWISS verknüpft durch Augmented Reality kulturhistorische Plätze in der Schweiz mit Wissensfragen. Dafür müssen virtuelle Murmeltiere aus ihren ebenso virtuellen Bauten gelockt werden, wovon es derzeit 600 im Kanton Uri gibt.

Über 3000 Fragen werden Schülerinnen und Schülern in der kostenlosen App SQWISS vorgelegt, wobei sie zunächst Murmeltiere aus ihren Bauten hervorlocken müssen. Dies alles läuft virtuell und mit Augmented Reality, heisst: Die Tiere agieren auf dem Screen, als wären sie tatsächlich da. Man kann sogar um sie herumgehen und in ihre Löcher blicken. 600 solcher Rätsellöcher mit Augmented Reality haben die SQWISS-Macher bei kulturhistorischen Hotspots im Kanton Uri platziert. Ein dichtes Netz: Kaum hat man ein Loch abgearbeitet, lockt das nächste. Ist es einige hundert Meter weit entfernt, muss man sich dorthin bewegen. Eine Steilvorlage, um Schulexkursionen mit digitalen Bildungs- und Wissensinhalten zu verknüpfen. Bei einigen «Löchern» sind kurze Videos abrufbar, die von Historikerinnen, Archäologen, Geologinnen und anderen Fachleuten moderiert werden. Auf Knopfdruck hat man stets noch einen Experten zur Hand.

Der Weg der Schweiz ist ein gutes Beispiel für den praktischen Nutzen: Auf dem 35 km langen Wanderweg sind über 100 SQWISS-Löcher abrufbar, 26 allein bei den Grenzsteinen, die chronologisch dem Beitritt der Kantone zur Eidgenossenschaft folgen. Still und stumm liegen die runden Marmorblöcke am Wegrand, mit SQWISS werden sie lebendig. Wer Schweizer Geschichte vermitteln will, bekommt hier Stoff in Hülle und Fülle. Das Gleiche gilt für das Rütli, auf dem bislang nichts geboten wurde. SQWISS hat zehn Löcher platziert und macht Mythos und historische Faktenlage vor Ort erlebbar. Inklusive einem Video, in dem Friedrich Schiller das Rütli besucht, auf dem er bekanntlich nie war. Werden die Rätsellöcher auf dem Rütli und alle 600 Löcher im Urnerland bespielt, ist bereits ein schönes Stück des Lehrplans 21 vermittelt. Auch Geologie, Flora und Fauna sind Themenfelder bei SQWISS. Zum Beispiel das Geotop bei Erstfeld. Oder die Fledermauskolonie im Turm der Jagdmattkapelle.

Punkte sammeln und Fähigkeiten anwenden
SQWISS ist gemäss Anbieter die erste App, die Augmented Reality mit bildungsrelevanten Inhalten verknüpft. Der Fokus liegt auf der Kultur und Geschichte der Schweiz. Die App arbeitet mit Gamification: Die Inhalte werden auf spielerische Art dargereicht. Dabei sind mehrere Fähigkeiten gefragt: Kartenlesen, Position im realen Umfeld finden, adäquate Rezeption der Textelemente (Begrüssung, Fragen). Die Antworten werden im Multiple-Choice-Verfahren angeboten. Da die Schülerinnen und Schüler Punkte sammeln und im Highscore aufsteigen können, ist auch das Element Wettstreit eingebaut. Entwickelt wurde die App vom Filmemacher, Journalisten und Buchautor Martin Weiss, der in der Pilotphase mit Studierenden der Fachhochschule Nordwestschweiz zusammengearbeitet hat. Jetzt sind rund 30 Profis am Endprodukt aktiv. Lanciert wurde die App am 30. August 2018 in Uri, in den kommenden Monaten wird sie auf weitere Kantone ausgeweitet. Lehrpersonen, die SQWISS mit ihrer Klasse direkt beim Schulhaus ausprobieren möchten, können sich ein Murmeli-Loch platzieren lassen. Voraussetzung dafür ist die Mitteilung der genauen Adresse an SQWISS, falls möglich mit Angabe der GPS-Daten. (pd, Bild: SQWISS)

Weitere Informationen

www.sqwiss.ch 


Download

im iTunes-Store (iPhone und iPad)
im Google Play-Store (für Androidgeräte)

top


# #