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Verantwortung für die Bildung tragen

30.09.2019 – Am diesjährigen Bildungs- und Schulleitungssymposium vom 25. bis 27. September in Zug befassten sich 850 Bildungsexpertinnen und -experten aus über 60 Ländern mit dem Thema Verantwortung für Bildung. Das umfangreiche Programm bot zahlreiche Vorträge, mehrere Foren und viele Möglichkeiten zum Austausch und zur Begegnung. Der LCH ist einer der Hauptpartner des Symposiums.

Ein seitenlanges Programm, ein Saal, in dem mehrere hundert Personen Platz finden, Vorträge auf Deutsch, Englisch und Französisch, über 300 Referentinnen und Referenten – das Bildungs- und Schulleitungssymposium in Zug ist eine Veranstaltung der Superlative. Die 850 Teilnehmenden stammten in diesem Jahr aus über 60 Ländern. Rund ein Drittel von ihnen arbeitet in der Forschung, ein Drittel in der Schulpraxis und die weiteren Personen verteilen sich auf Wirtschaft, Behörden und Bildungspolitik.  Das Bildungs- und Schulleitungssymposium (World Education Leadership Sympsoium WELS) findet alle zwei Jahre statt. Es wird vom Institut für Bildungsmanagement und -ökonomie IBB der PH Zug organisiert.

Verantwortung aus verschiedenen Perspektiven betrachten
Zum Auftakt standen am Mittwochnachmittag im Casino Zug mehrere Plenumsvorträge auf dem Programm. So stellten unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der drei Hauptpartner des Symposiums, Verbände der Lehrpersonen und Schulleitungen, ihre Sicht dar. Dagmar Rösler, Zentralpräsidentin LCH, sprach unter anderem über die Verantwortung der Lehrpersonen für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler: «Sie sind verantwortlich für die Professionalität der Unterrichtsführung, für die Professionalität von Aushandlungen in ihrem Zuständigkeitsbereich sowie für die konstruktive Mitwirkung in ihrem Team.» Sie stellte auch klar, dass Lehrpersonen zur Erfüllung ihres Auftrags die nötigen Rahmenbedingungen benötigen.

Thomas Minder, Präsident Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz VSLCH, sagte: «Schulleitungen haben die Verantwortung, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen, doch das können sie nicht allein. Sie müssen Politikerinnen und Politiker überzeugen, damit die nötigen Mittel vorhanden sind.»

Gudrun Wolters-Vogeler, Vorsitzende des Allgemeinen Schulleitungsverbands Deutschlands e.V., erklärte, dass eine professionelle Schulleitung die Verantwortung für die Bildung der Schülerinnen und Schüler in der eigenen Schule sowohl in Bezug auf die Bildungsprozesse als auch auf den Bildungserfolg verantworte. Hierfür sei die Schulleitung auf politische Unterstützung und gesellschaftliche Akzeptanz angewiesen. «Um Bildungsprozesse verantwortlich zu steuern, brauchen Schulleitungen Gestaltungsmöglichkeiten.»

Das Recht auf Bildung wahren
Auch die weiteren Referentinnen und Referenten des Nachmittags gingen auf vielfältige Aspekte der Verantwortung für Bildung ein. Kai Niebert von der Universität Zürich kündigte schon zu Beginn seines Referats an, mehr Fragen zu stellen als Antworten zu geben. Unter dem Titel «Was kann Schule in einem neuen Erdzeitalter leisten?» sprach er unter anderem darüber, wo die Prioritäten gesetzt werden sollten bei Umweltthemen im Unterricht. Aus seiner Sicht müsste es vor allem darum gehen, Kinder und Jugendliche in die Lage zu versetzen, gesellschaftlich mitreden und ihre eigenen Wertvorstellungen hinterfragen zu können.

Als «True love» bezeichnete Helga Aune von der Universität Oslo die Verbindung von Bildung und Recht. Sie ging auf das gesetzlich verankerte gleiche Recht auf Bildung für Jungen und Mädchen ein und legte dabei den Fokus darauf, wie stark und weshalb Jungen heute weniger Erfolg in der Bildung haben als Mädchen. «Führungs- und Lehrpersonen müssen wissen, wie sie das Recht auf gleiche Bildungschancen und auf Bildung in ihr pädagogisches Handlungsrepertoire umsetzen können, aber auch wie sie deren Dokumentation für Schul- und Kindergarteninspektionen sicherstellen können», nahm Aune die Schulen in die Pflicht. 

Die Qual der Wahl
Nach dem gemeinsamen Auftakt hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Donnerstag und Freitag die Qual der Wahl. Im deutschsprachigen Parallelprogramm konnten sie Angebote aus 17 Themensträngen auswählen und im englischsprachigen aus neun. Digitalisierung und Bildung, Schulen in kritischer Lage, Elternarbeit, Personalmanagement und Gesundheit und Resilienz waren nur einige Beispiele aus dem umfangreichen Angebot. (dc, Foto: Nils Riedweg, Holgersson Photography)

Weitere Informationen
https://wels.edulead.net 

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