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Für alle heisst für alle

07.07.2020 – Der Weltbildungsbericht 2020 blickt auf die bisherigen Schritte zur Umsetzung des Unesco-Ziels zurück, bis 2030 eine inklusive und chancengerechte Bildung für alle Kinder und Jugendliche vorzusehen. Gemäss dem Motto «Für alle heisst für alle» sollen Lernende unabhängig von Identität, Herkunft oder Fähigkeiten berücksichtigt werden.

«Um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, ist die Umsetzung des Ziels einer zunehmend inklusiven Bildung nicht verhandelbar.» Dies schreibt die Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay im Vorwort zum kürzlich erschienenen Weltbildungsbericht 2020 (Global Education Monitoring Report, GEMR). Gleichzeitig könne Inklusion niemals funktionieren, wenn sie von oben herab verordnet würde, mahnt Helen Clark, die Vorsitzende des Advisory Boards des Weltbildungsberichts, ebenfalls im Vorwort.

Zu hohe Barrieren
Der GEMR 2020 befasst sich mit dem Thema «Inklusion und Bildung» und zieht eine Bilanz der Fortschritte beim vierten der 17 Ziele für Nachhaltigkeit (Sustainable Development Goals, SDG) der UNO. Gemäss diesem Ziel haben sich die Staaten verpflichtet, bis 2030 für eine inklusive und chancengerechte Bildung zu sorgen. Dennoch besuchen auch heute noch rund 250 Millionen Kinder weltweit keine Schule. Die Barrieren für eine angemessene und hochwertige Bildung sind nach wie vor zu hoch für viel zu viele Lernende. Stigmatisierung, Stereotypisierung und Diskriminierung tragen überdies dazu bei, dass noch mehr Kinder und Jugendliche im Schulzimmer ausgegrenzt werden.

Diversität in den Fokus rücken
Der Weltbildungsbericht 2020 hält verschiedene Formen von Exklusion fest, wie sie verursacht werden und wie sie beseitigt werden können. Die Bildungsakteurinnen und -akteure werden aufgefordert, die Diversität in den Mittelpunkt der Bildungssysteme zu stellen, statt sie als Problem zu betrachten. In Übereinstimmung mit dem Motto des GEMR 2020 «Für alle heisst für alle» lautet die Schlüsselempfehlung, vernachlässigte Lernende ungeachtet ihrer Identität, ihrer Herkunft oder ihrer Fähigkeiten gebührend zu berücksichtigen. Diese Botschaft ist im Hinblick auf die Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach der Coronakrise in den einzelnen Ländern von besonderer Bedeutung. Im GEMR 2020 wird auch dazu aufgerufen, bessere Daten über Inklusion zu sammeln, um das Problem besser verstehen und einschätzen zu können. Dabei sollen aber stigmatisierende Kategorien vermieden werden. (mw; Foto: GEMR 2020)

Weitere Informationen
www.unesco.de/bildung/agenda-bildung-2030/unesco-weltbildungsbericht 
www.eda.admin.ch/deza/de/home/aktuell/news.html/content/deza/de/meta/news-deza/2020/06/unesco-weltbildungsbericht-2020 

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