Artikel

Präsidentenkonferenz LCH in Ittingen

21.11.2017 – Die Digitalisierung bereitet vielen Lehrpersonen Sorgen. Dass sie aber neben Herausforderungen auch Chancen birgt und Lehrpersonen diesen Prozess aktiv mitgestalten können, haben die verschiedenen Beiträge an der Präsidentenkonferenz LCH vom 17. und 18. November 2017 in der Kartause Ittingen klar aufgezeigt.

Das Hauptthema der Präsidentenkonferenz LCH vom 17. und 18. November 2017 in der Kartause Ittingen ist in aller Munde: Die Digitalisierung der Schulen. In seinem Eröffnungsreferat zeigte sich Beat W. Zemp, Zentralpräsident LCH, überzeugt, dass die Schule ihre Inhalte und Methoden anpassen kann. «Der LCH wird diese Herausforderungen der Digitalisierung annehmen», bekräftigte er.

Emotionaler Halt im digitalen Dschungel
Die drei Referate zum Hauptthema beschäftigten sich mit der Frage, wie die Digitalisierung den Lehr- und Lernprozess verändert, welche Chancen und Herausforderungen sich dadurch ergeben und wie Lehrpersonen dieses Phänomen aktiv mitgestalten können. Sabine Seufert, Professorin für pädagogisches Innovationsmanagement an der Universität St. Gallen, warnte davor, die Informationskompetenzen der Digital Natives zu überschätzen. «Schülerinnen und Schüler brauchen die Lehrpersonen, diese können ihnen die emotionale Imprägnierung geben, um sich in dem digitalen Kontext zurechtzufinden.» Als wichtigste Implikation der Digitalisierung für die Schule erachtete Seufert die Entwicklung der Lernkultur: «Die Digitalisierung kann die kreative, interdisziplinäre und integrierte Zusammenarbeit begünstigen.»

Pädagogik bleibt die Schlüsselkomponente
Die Digitalisierung ist für Beat A. Schwendimann, Leiter Pädagogische Arbeitsstelle LCH, keine Zukunftsmusik. «Die Digitalisierung hat gestern begonnen und wir sind mittendrin», erklärte er. Gemäss EU-Schätzungen würden bald 90 Prozent aller Berufe digitale Kompetenzen benötigen. Aus diesem Grund müsse das Ziel der Schule sein, Kinder und Jugendliche auf eine Lebenswelt mit digitalen Technologien vorzubereiten. Lehrpersonen müssten pädagogische Entscheidungen treffen, wann, wo, wofür und wie lange welche digitale Technologien eingesetzt würden – immer vorausgesetzt, diese Technologien sind anpassbar, plattformunabhängig und modular aufgebaut. «Wir Lehrpersonen müssen das Steuer in der Hand behalten und die Balance zwischen Verteufelung und Verherrlichung finden», so das Fazit von Schwendimann.

Föderalismus im digitalen Bildungsraum
Weder per se gut noch schlecht ist die Digitalisierung auch für Toni Ritz, Direktor von educa.ch, der Fachagentur des Bundes und der Kantone für ICT und Bildung. Für ihn darf die digitale Transformation nicht an einzelne «Power-Lehrpersonen» delegiert werden. «Sie betrifft alle Lehrpersonen und muss holistisch und nachhaltig erfolgen», unterstrich Ritz. Diesem Ansatz ist auch das von educa.ch geleitete Projekt «Föderation von Identitätsdiensten für den Bildungsraum Schweiz» FIDES verpflichtet. Dieses will den Lernenden und Lehrpersonen in der Schweiz eine einzige digitale Identität zur Verfügung stellen. Damit hätten sie sicheren Zugang während der gesamten Bildungslaufbahn zu den von ihnen benötigten Online-Diensten.

Langjährige Arbeit verdankt
Die Präsidentenkonferenz bietet immer auch Gelegenheit für Verabschiedungen. Beat W. Zemp würdigte die langjährige Arbeit von Hansruedi Vogel und Hansjörg Bauer, ehemalige Co-Präsidenten des Kantonalen Lehrerinnen- und Lehrerverbands St. Gallen. Gewürdigt wurden auch Lilo Lätzsch, langjährige Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV, und Martin Gatti, ehemaliger Präsident des Verbands Bildung Bern. (mw/dc; Fotos: Roger Wehrli)

Weitere Informationen
Die ausführliche Berichterstattung zur Präsidentenkonferenz LCH vom 17. und 18. November 2017 können Sie in BILDUNG SCHWEIZ 12/2017 (Erscheinungsdatum: 28. November 2017) nachlesen.

top


# #