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Pädagogik vor Technik

13.09.2018 – An der gemeinsamen Sitzung der Präsidentenkonferenz LCH und des erweiterten Komitees SER vom 12. September 2018 in Bern haben die Spitzen der beiden Dachverbände das gemeinsame Positionspapier «Schule in einer digitalisierten Welt» verabschiedet. Darin formulieren sie fünf Gelingensbedingungen.

Das Jahr 2018 steht für den Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) ganz im Zeichen der Digitalisierung. Bereits Mitte Juni verabschiedeten die Delegierten des LCH an ihrer alljährlichen Versammlung das Positionspapier «Digitale Technologien in der Schule: Herausforderungen aktiv angehen», das zehn konkrete Forderungen stellt. Dieselben machen klar: Soll die öffentliche Bildung mit digitalen Technologien weiterhin stark bleiben, braucht es dringend Ressourcen, Anpassungen, Koordination und Führung auf allen Ebenen.

Gemeinsame Position LCH und SER
Koordination ist aber nicht nur im Entwicklungsprozess hin zu einer Schule im digitalen Zeitalter zentral, sondern auch in der Kommunikation darüber. Aus diesem Grund hat der LCH mit dem Dachverband der Westschweizer Lehrerinnen und Lehrer, dem Syndicat des enseignants romands (SER), ein zweites Positionspapier «Schule in einer digitalen Welt» erarbeitet. Darin definieren die beiden Verbände fünf Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit digitale Technologien und Medien einen pädagogischen Mehrwert in der Schule erzielen können. Beat A. Schwendimann, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle LCH, hat diese am 12. September 2018 an der gemeinsamen Sitzung der Präsidentenkonferenz LCH und des erweiterten Komitees SER in Bern vorgestellt. «Damit Lehrerinnen und Lehrer ihren Auftrag erfüllen können, ist es notwendig, dass sie Zeit und Ressourcen erhalten, um sich weiterzubilden», betonte er. LCH und SER verlangen in ihrem gemeinsamen Positionspapier zudem, dass Bund, Kantone und Gemeinden für eine zeitgemässe Infrastruktur sorgen und ebenfalls den technischen Support und die dafür notwendige Beratung gewährleisten. Weiter müssen Bund und EDK die Entwicklung innovativer Lehr- und Lernmaterialien fördern, einen sicheren Zugang zu digitalen Lehr- und Lernmaterialen aufbauen sowie für eine wissenschafliche Begleitung und Evaluation besorgt sein. Auch sei zwingend darauf zu achten, dass während des gesamten Prozesses die Gesundheit der Lehrenden und Lernenenden gewahrt bleibe. «Es braucht ein Hand in Hand von Pädagogik und Technik, wobei die Qualität der Lehr- und Lernprozesse stets im Vordergrund stehen muss», so das Fazit von Schwendimann. Die Versammlungsmitglieder haben das Positionspapier unter Berücksichtigung zweier Ergänzungen einstimmig verabschiedet.

Arbeitszeiterhebung 2018: Hohe Rücklaufquote
In der Bildung wird seit Jahren massiv abgebaut. Die Umsetzung von Reformen und schulischen Entwicklungsprojekten belasten die Schulen zusätzlich. Deshalb ist es LCH und SER ein grosses Anliegen, Klarheit darüber zu erlangen, wie viele Stunden Lehrerinnen und Lehrer effektiv arbeiten. Die beiden Verbände sind deshalb daran, die Arbeitszeit von Deutschschweizer und Westschweizer Lehrpersonen zu erheben. Während die Erhebungsphase in der Deutschschweiz Ende September zum Abschluss kommt, hat dieselbe in der Westschweiz Halbzeit erlangt. Für die Umsetzung wurde das Büro Brägger in Dübendorf (ZH) beauftragt. Martina Brägger, Inhaberin des Unternehmens, leitet die Studie. An der gemeinsamen Sitzung von LCH und SER informierte Franziska Peterhans, Zentralsekretärin LCH, schliesslich über den Stand der Erhebungen. «Zum jetzigen Zeitpunkt beträgt die Rücklaufquote in der Deutschschweiz 31 Prozent. Das ist eine Traumquote!», lobte sie. «Wir erwarten rund 12 200 ausgefüllte Fragebogen, also mehr als doppelt so viele wie in 2009.» Die Vorbereitungen für die Auswertungen haben unterdessen bereits begonnen. «An der Präsidentenkonferenz des LCH vom 23. und 24. November 2018 erhalten die Mitgliederverbände einen ersten Einblick in die Ergebnisse», kündigte die Zentralsekretärin an. Die Kommunikation der Ergebnisse an die Öffentlichkeit sei auf Anfang 2019 geplant.

Samuel Zingg ist neuer Vizepräsident LCH
Mit dem Start des Verbandsjahres 2018/2019 hat Dorothee Miyoshi ihr neues Amt als Geschäftsleitungsmitglied und Präsidentin der Sonderpädagogischen Kommission am 1. August 2018 angetreten. Neben ihrer Wahl in die Geschäftsleitung LCH galt es nun zu klären, wer das Amt des Vizepräsidiums bekleidet. Die Präsidentinnen und Präsidenten der Kantonalsektionen LCH haben am 12. September 2018 Samuel Zingg rückwirkend per 1. August 2018 zum neuen Vizepräsidenten LCH gewählt. Im Namen der gesamten Geschäftsleitung gratulierte ihm Beat W. Zemp, Zentralpräsident LCH, zur Wahl. Die nächste Präsidentenkonferenz LCH findet am 23. und 24. November 2018 in Interlaken statt.
(Text und Foto: Belinda Meier)

Weitere Informationen
Gemeinsames Positionspapier LCH und SER: Schule in einer digitalen Welt / L'école dans un monde numérique
(PDF 107 KB)

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