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Präsidentenkonferenz LCH in Lenzburg

25.11.2019 – An der Präsidentenkonferenz LCH vom 22. und 23. November 2019 in Lenzburg wurde zunächst über die künftige Organisation der Konferenz diskutiert. Im zweiten Teil standen Themen wie der Auftritt des LCH an der Swissdidac 2020 oder die geplante Studie zur Gewalterfahrung von Lehrpersonen auf dem Programm.

«Ich begrüsse euch alle ganz herzlich zur dreissigsten zweitägigen LCH Präsidentenkonferenz und freue mich, mit euch konstruktive, wegweisende und gesellige Stunden zu verbringen», leitete Zentralpräsidentin LCH Dagmar Rösler die Konferenz am Freitag, 22. November 2019, in Lenzburg ein. Sie war überzeugt, dass es eine denkwürdige Präsidentenkonferenz sein werde. Schliesslich sei vor 170 Jahren der Schweizerische Lehrerverein am selben Ort gegründet worden, sagte sie, bevor sie das Wort an Alex Hürzeler übergab. Der Regierungsrat ist Vorsitzender des Departements Bildung, Kultur und Sport im Kanton Aargau. Nach einer geografischen und historischen Tour durch den Kanton sprach er über die wichtige Zusammenarbeit mit dem Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (alv). Diese Zusammenarbeit thematisierte auch Elisabeth Abbassi, die als Präsidentin des alv ebenfalls zu den Anwesenden sprach. Zwar seien sie sich nicht immer einig, aber dennoch finde ein wichtiger Austausch zwischen alv und dem Departement statt. Nach den Begrüssungsreden begaben sich die Präsidentinnen und Präsidenten in zukunftsrichtende Workshops. Sie besprachen dort, wie die Präsidentenkonferenzen künftig abgehalten werden sollten.

Forderungen des Bildungstags weiterverfolgen
Im zweiten Teil der Konferenz vom Samstag, 23. November, widmeten sich die Präsidentinnen und Präsidenten den Geschäften und blickten auf den Schweizer Bildungstag 2019 zurück. Dort stellten der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH und der Syndicat des enseignants romands SER sieben Forderungen vor, die sie als Chancen für die Bildung erachten. «Mit der Präsentation allein ist es aber nicht gemacht», bekräftigte Dagmar Rösler, Zentralpräsidentin LCH. Deshalb wird der LCH beispielsweise in einem Brief an die EDK dazu auffordern, in einen flächendeckenden Ausbau der Frühförderung zu investieren.

Aktualisiertes Merkblatt zur Haftpflicht von Lehrpersonen
Bereits vor rund 15 Jahren hatte der LCH ein Merkblatt zur Haftpflicht von Lehrpersonen erstellt. Nun hat der LCH seinen «Hausjuristen» Michael Merker beauftragt, das Merkblatt der heutigen Rechtslage anzupassen. Der nun vorliegende Entwurf widmet sich der straf-, personal- und haftungsrechtlichen Verantwortlichkeit von Lehrpersonen im Beruf. In der Diskussion kristallisierte sich die Forderung heraus, im Dokument die Abgrenzung zwischen Lehrpersonen und Schulleitung sowie diejenige zwischen ausgebildeten Lehrpersonen und nicht ausgebildetem Lehrpersonal wie Klassenassistenzen besser zu klären. Es ist geplant, das Merkblatt kostenpflichtig ab kommendem Frühjahr als Druckfassung und ab August 2020 als Online-Fassung zu veröffentlichen.

Übernahme der arbeitsplatzbezogenen Kosten
2002 ergab eine Studie des LCH, dass eine Lehrperson privat durchschnittlich zwischen 4200 und 6400 Franken pro Jahr für den Arbeitsplatz sowie für die mit der Berufstätigkeit erbrachten Leistungen aufwendet. Demgegenüber besagt das Obligationenrecht, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer mit den für die Arbeit benötigten Geräten und Material ausrüsten sowie ihm alle durch die Ausführung der Arbeit entstandenen Auslagen ersetzen muss. «Der LCH will keine neue Erhebung durchführen, sondern die Rechtslage auf kantonaler und kommunaler Ebene abklären, um die rechtlichen Grundlagen zusammenstellen zu können», erklärte Franziska Peterhans, Zentralsekretärin LCH. Dies dient dem Ziel, dass alle Kosten, die mit der Berufsausübung im Zusammenhang stehen, durch den Arbeitgeber übernommen werden.

Input des LCH im Swissdidac-Programm aufgenommen
Es dauert zwar noch ein Jahr bis zur Swissdidac in Bern, aber die Messe vom 4. bis 6. November 2020 wirft bereits ihren Schatten voraus. Neu sollen nicht nur Workshops an den Ständen der Aussteller stattfinden, sondern auch die Studierenden der Pädagogischen Hochschulen als Zielgruppe angesprochen werden. Zudem will die Messe Platz für informelle Begegnungen schaffen und Ruhezonen einrichten. Somit finden sich drei Elemente im Programm wieder, die der LCH in seiner Eingabe angeregt hat. Die anwesenden Präsidentinnen und Präsidenten sprachen sich mit drei Gegenstimmen und sieben Enthaltungen für eine Teilnahme an der Swissdidac 2020 aus.

Umfassende Studie zu Gewalt gegen Lehrpersonen
Bislang liegt in der Schweiz noch keine Studie zur Gewalterfahrung von Lehrpersonen vor. Angelehnt an zwei Studien des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) wird der LCH nun unter der Leitung von Denis Ribeaud, Projektleiter am Jacobs Center an der Universität Zürich, alle Mitglieder LCH zu physischer und psychischer Gewalt befragen. Geplant ist in einer ersten Phase, eine kurze, anonymisierte Umfrage per Mail zu verschicken und auszuwerten. Ziel ist es, die Resultate im Herbst 2020 zu veröffentlichen. In einer zweiten Phase wird aus dem Pool der Lehrpersonen, die ihre Bereitschaft angegeben haben, eine repräsentative Stichprobe ermittelt und für persönliche Interviews direkt angeschrieben.

Die nächste zweitägige Präsidentenkonferenz LCH findet am 20. und 21. November 2020 im Kanton Obwalden statt. (aw/mw; Fotos: Roger Wehrli)

Weitere Informationen
Die ausführliche Berichterstattung zur Präsidentenkonferenz LCH können Sie in BILDUNG SCHWEIZ 12 | 2019 ab Seite 8 nachlesen.

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